Donnerstag, 25. August 2011

Filmkritik: Captain America (3D)

Ein weiteres 3D-Spektakel, das wir uns nicht entgehen lassen wollten, ist Captain America.
Diese Comicverfilmung stellt das letzte noch fehlende Puzzleteil im großen Verfilmungsmarathon von Superhelden dar. Nun trennen uns lediglich noch 9 Monate bis zum Mega-Film-Event im Mai 2012: The Avengers erscheint dann.
Dort werden wir viele alte Bekannte aus dem unerschöpflichen Marvel-Universum wiedersehen: Iron Man, Hulk, Thor und eben auch Captain America (Spidey fehlt leider). Der Kreis wird sich dann also voraussichtlich schließen.

Heute war aber zunächst einmal der erste aller Superhelden an der Reihe :)




HANDLUNG:

Diese lässt sich kurz und wohlwollend zusammenfassen als ... extrem vorhersehbar!
Nicht nur, dass ich mindestens eine Viertelstunde vorm Tod des besten Freundes unseres amerikanischen (was sonst?!?) Superheldens fest mit dessen baldigem Ableben gerechnet hatte - wie sonst will man denn auch den supernetten, suizidal veranlagten und im hautengen albernen Kostüm herumlaufenden Steve Rogers zur wütenden Killermaschine werden lassen - es ließen sich sogar einzelne Dialoge im Vorfeld erahnen.
So geschehen z.B. in folgender Sequenz:
untergebener Soldat zu Red Scull, nachdem dessen geheime Waffenproduktionsstätte von den Amis zerstört worden war: ''Wir haben bis zum letzten Mann gekämpft!''
Red Scull daraufhin: ''Scheinbar nicht.'' (mit anschließender zu erwartender Erschießung des Vorredners)

Ansonsten lässt sich die Story der amerikanische Rekrutierungswerbefilm (mit einer ordentlichen Prise Pathos) inhaltlich folgendermaßen zusammenfassen:
Schmächtiger, winziger und kränkelnder Milchreisbubi will während des Zweiten Weltkriegs unbedingt in die Army eintreten und wird natürlich jedes Mal ausgemustert. Warum er unbedingt aufs Schlachtfeld möchte, um sich höchstwahrscheinlich nach nur fünf Minuten töten zu lassen, bleibt jedoch sein ganz eigenes, dem Publikum völlig unzugängliches und definitiv nicht nachvollziehbares Motiv.
Sein Ehrgeiz (oder wohl eher seine Dummheit?!) wird aber letztendlich natürlich belohnt werden und durch eine spezielle Serum-Strahlen-Threapie mutiert er dann zum riesigen Muskelprotz mit der zu erwartenden Schnelligkeit, Stärke und Agilität eines Übermenschen.
Danach tritt er Nazideutschland (ich kann's echt nicht mehr hören!) bzw. dessen hier aufgeführtem rotgesichtigen Vertreter Red Scull gewaltig in den Allerwertesten. Dass seine Untergebenen ausnahmslos mit schwarzen Masken zu sehen sind, soll wahrscheinlich jeden Gedanken an Menschlickeit bezüglich des deutschen Gegners verdängen und der Stärkung des Feindbildes dienen. Großartig! :(

Am Ende siegen natürlich die USA ... nur dank Captain America!
Ganz ehrlich: ich bin heilfroh, dass es keinen deutschen Superhelden gibt, der in körperbetontem schwarz-rot-goldenem Anzug durch die Gegend tänzelt. Denn selbst die eingefleischtesten Anhänger der Schwulenszene werden Steve's Outfit wahrscheinlich oberpeinlich und so gar nicht sexy finden - selbst, wenn ein durchtrainierter Körper (wie eben der von Chris Evans) drinsteckt!!!

Dass Frauen grundsätzlich extrem oberflächliche Wesen sind, wird im Film übrigens auch ziemlich deutlich dargestellt, denn nach dem 'Optimierungsprozess' fahren sie plötzlich scharenweise auf den weiß-rot-blau gemusterten Volkshelden ab -.-




FAZIT:

Eigentlich kann ich mich nicht wirklich beschweren, denn ich habe hier bereits im Vorfeld mit einer vergleichsweise schwachen Marvel-Comic-Verfilmung gerechnet. Somit hat der Film sämtliche Erwartungen letztendlich durchaus erfüllt :)
Die Story selbst gibt natürlich auch schon nicht wirklich viel Potenzial für einen umwerfenden Kinofilm her - handelt sie doch vom langweiligsten aller Marvel-Superhelden.

Hugo Weaving, manchen evtl. noch bekannt als Agent Smith aus der Matrix-Trilogie, ist insbesondere durch seine schauderhaft schlechte deutsche Synchronisation eine unfreiwillige Lachnummer. Er wirkt durch die abgehackten und seltsam betonten Sätze leider wie ein geistig Zurückgebliebener...

Ansonsten gab es aus der Actionperspektive betrachtet natürlich wie immer die obligatorischen Kämpfe mit tollen 3D-Effekten. Der überteuerte Kartenpreis lässt mich auch stark vermuten, dass ich bereits einen Großteil meines Geldes in die Weiterentwicklung dieser Technik investiert habe und schon bald als Sponsor im Abspann genannt werden müsste :)


Ist denn schon Halloween?


Auch dieses Mal gibt es wieder einen Link zum deutschen Kinotrailer, den ihr hier findet.

Kommentare:

  1. Dieses Genre ist ja sowie nicht das, wofür ich einen Haufen Geld bezahlen würde.
    Ich hoffe, Ihr hattet trotzdem einen schönen Abend!

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  2. Bei einer Komödie würde sich ja z.B. auch kein 3D-Effekt anbieten ;)

    Und mal ganz unter uns: eine Komödie oder ein Drama muss man ja auch nicht zwangsweise im Kino sehen. Das geht genauso gut auch auf 4:3 bzw. 16:9, wenn man zu Hause ist. Dafür würde ich jetzt nicht unbedingt Geld ausgeben wollen ('Bad Teacher' und 'Hangover 2' sind folglich eher Ausnahmen gewesen *g*).

    Ins Kino gehe ich grundsätzlich nur wegen der Optik und dem Sound, was man beides in dieser Qualität für gewöhnlich nicht zu Hause vorfindet ;)
    Und da bieten sich logischerweise Actionfilme besonders gut an.

    In 'Captain America' wäre ich aber zugegebenermaßen niemals gegangen, wenn mich nicht mene bessere Hälfte darum eindringlich gebeten hätte :)
    Bei 'Green Lantern' (was für ein Murks, nach dem Trailer zu beurteilen) konnte er mich allerdings nicht umstimmen: den werde ich mir definitiv nicht antun! :D

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  3. Da hast Du völlig Recht, dass man für viele Filme nicht unbedingt 3D braucht. Aber im Kino sind trotzdem viele Filme beeindruckender als zuhause. Da denk ich z.B. an meinen Lieblingsfilm "Jenseits von Afrika", der im Kino sooo beeindruckend war (ich kann ich mich auch nach Jahrzehnten noch erinnern :-) )
    In 3D habe ich bis jetzt nur "Avatar", "Alice im Wunderland" und "Harry Potter" gesehen. Bei "Avatar" fand ich NUR die 3D-Effekte gut, sonst nicht mein Geschmack. "Alice..." fand ich rundum ziemlich gut. Die 3D-Effekte bei "Harry Potter" waren eher enttäuschend.
    Grundsätzlich muss ich 3D nicht unbedingt haben...

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