Dienstag, 31. Januar 2012

Filmkritik: Sherlock Holmes 2 - Spiel im Schatten

Zwar waren wir bereits am 2. (!) Januar in diesem Film, dennoch denke ich, dass es durchaus noch nicht zu spät für eine Rezension ist oder seht ihr das etwa anders?
Vielleicht ist es ja auch nicht besonders klug gewesen, ausgerechnet während meiner schreibfaulen Phase ins Kino zu gehen...
Nachfolgend soll an dieser Stelle (endlich) die Fortsetzung eines eher ungewöhnlichen Filmgenres genauer unter die Lupe genommen werden: dem der Detektiv-Action-Krimi-Komödie (kurz: D.A.K.K. *g*).




HANDLUNG:

Wir schreiben das Jahr 1891. Sherlock Holmes (Robert Downey Jr.) und Dr. Watson (Jude Law) untersuchen gemeinsam eine mysteriöse Reihe von Bombenanschlägen und sehen sich mit einem bösartigen Gegner konfrontiert: Professor Moriarty (Jared Harris).
Der Name fiel bereits am Ende des ersten Teils und somit ist der zweite Film schon aufgrund des fließenden Übergangs eine echte Fortsetzung.
Zudem gibt es auch ein Wiedersehen mit der listigen Irene Adler (Rachel McAdams), das aufgrund ihres raschen Dahinscheidens aber eher flüchtig ausfällt. Klar, dass das den armen Holmes ganz schön mitnimmt - war er doch total in sie verknallt.

Kommen wir nochmal auf den zuvor erwähnten Professor zu sprechen. Dieser ist nicht nur extrem bösartig, er ist ferner ein ebenso großes Genie wie Holmes und noch dazu für seine 50+ äußerst fit und kampferprobt (Moment: diese Art von Bösewicht tauchte doch auch schon bei M:I 4 auf!). Etwas unglaubwürdig, aber naja. Neben der Verantwortlichkeit für das Ableben von Holmes' Schnuckiputzi macht er sich auch durch perfide Kriegspläne ziemlich unbeliebt bei Londons cleverstem Detektiv.

Wie bereits im ersten Teil, lebt der Film auch hier wieder vom genialen Zusammenspiel zweier völlig unterschiedlicher Charaktere: dem exzentrischen Sherlock Holmes und dem vernünftigen Dr. Watson. Dass letztgenannter die recht farblos und langweilig wirkende Mary heiraten will, passt Holmes natürlich noch immer so gar nicht in den Kram. Selbst ich als Zuschauer dachte mir da nur: Boring-Mary muss schleunigst weg, weil sie wie die beiden Protagonisten voneinander trennt. Innerlich habe ich auch wirklich kurz gejubelt, als Holmes sie aus einem rasenden Zug und zugleich eine Brücke hinunter warf. Leider zu früh gefreut: sie überlebte.

Zum ersten Mal kann man in diesem Teil auch noch einen kurzen Blick auf die Verwandtschaft von Holmes werfen, weil sein Nudisten-Bruder an einigen Stellen im Film auftaucht und eine wirklich interessant-unterhaltsame Persönlichkeit offenlegt.

Beim Show-Down ganz zum Schluss zwischen Moriarty und Holmes wird der Zuschauer dann doch nochmal arg überrascht.
Was die Kriegspläne des Professors angeht: als geschichtskundiger Mensch weiß man ja sowieso, dass zur besagten Zeit noch nicht der erste Weltkrieg ausgebrochen ist. Dadurch leidet das Spannungsmoment natürlich wiederum ein ganz klein wenig ;)




FAZIT:

Die Fortsetzung ist eindeutig schneller und actionreicher als der erste Teil. Dadurch ist es natürlich kein klassischer Sherlock-Holmes-Film, bei dem ruhigere Töne vorherrschen, sondern zusammen mit dem ersten Teil eine Neukreation des beliebten Filmstoffs.
Eine genial in Slow-Motion-Bildern inszenierte Verfolgungsjagd im Wald macht auch nochmal deutlich, dass der Film mit mit älteren Sherlock-Holmes-Interpretationen rein gar nichts gemeinsam hat.

Teil 2 profitiert ferner ungemein vom gekonnten Spiel des Hauptdarstellers Robert Downey Jr., der die Figur des Sherlock Holmes überzeugend und mitreißend darstellt und somit glaubhaft zum Leben erweckt. Jude Law kommt hingegen nicht wirklich zum Zuge und die von der Millenium-Trilogie bekannte Noomi Rapace als Zigeunerin ist dank emotionsloser Mimik ein völliger Griff ins Klo.
Bei Jared Harris als Fiesling bin ich übrigens noch unentschlossen.

Wer auf tischtennisschnelle Dialoge à la 'Gilmore Girls' steht, rasante Action wie in 'Speed' toll findet, von den Slow-Motion-Aufnahmen in '300' begeistert ist, den bissigen Humor von 'Californication' schätzt und über eine schwache Story hinwegsehen kann, der liegt mit der Wahl dieses Films goldrichtig.


 


Hier findet ihr im Übrigen den Kinotrailer.


Kommentare:

  1. Na toll, da freu ich mich, dass ich mal mitreden kann, und dann verschwindet der Kommentar im Nimmerland :-(
    Also nochmal: Viel Positives kann ich nicht vermelden, was vielleicht daran liegt, dass Action nicht mein Genre ist, hätte anscheinend lieber den ersten Teil gucken sollen. Ich fang mal mit dem Positiven an (obwohl, hab ja schon mit Negativem angefangen): Also die Kulissen, Bilder, Farben, die Kostüme fand ich richtig gut. Ich find es toll, wenn ich mich in eine andere Zeit zurückversetzt fühle. Mit der Handlung bin ich nicht so richtig mitgekommen. Und einen Sherlock Holmes stell ich mir ganz anders vor. Für mich war das ein (mir unsympathischer) Depp, ein bisschen wie der Johnny in „Fluch der Karibik“, nur das ich den lustiger finde. Die Slowmotion-Szenen fand ich originell, da das aber mehr oder weniger Kampfszenen waren, auch nichts für mich (aber erträglicher).
    Tja, also wenn mir nicht grad sehr langweilig ist, würde ich mir den Film nicht nochmal anschauen.
    Wer hat den Film noch gesehen?

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  2. Ich werde ihn mir übrigens nicht auf DVD kaufen, weil ich ihn auch nicht unbedingt nochmal sehen muss. Wirklich nur im Notfall und für den habe ich ja auch immernoch knapp 400 DVD in der Reserve :)

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  3. Ich hab nur ein paar, aber die kann ich auch immer wieder gucken :-)

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  4. Hmmmmmm ja - ich fand ihn nett und unterhaltsam... und habe mich mitgefreut, dass am Ende alles gut war :-)

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  5. ...aber es ist trotzdem schön von Dir zu lesen, mony :-)

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  6. @ Judy
    Das kenne ich. Bestimmte Filme schaut man einfach öfter als andere :)

    @ Timeless
    Du weißt aber schon, dass ''nett'' der kleine Bruder von *** ist, oder?!? xD

    @ mony
    Das ist doch kein Beinbruch! ;)

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  7. Ach, ich hab da ein breiteres Spektrum :-) und ab und an etwas leichte Kost versüßt das Leben :-)....

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