Donnerstag, 29. März 2012

Filmkritik: Die Tribute von Panem - The Hunger Games

An diesem Kinodienstag zog es uns in einen Film, der zuvor wochenlang gehyped worden ist. Dabei stellt Die Tribute von Panem - The Hunger Games den ersten Teil einer Trilogie dar und knackte bereits am Startwochenende so einige Zuschauerrekorde. Da wollten wir uns natürlich selbst mal ein Bild von dem Film machen ;)




HANDLUNG:

In einer fernen Zukuft wurde Nordamerika durch Kriege und Naturkatastrophen beinahe völlig zerstört. Dadurch entstand der autoritär vom Kapitol aus regierte Staat Panem, der seine 13 Distrikte mit Gewalt unterdrückt und die dort lebenden Menschen (ver)hungern lässt. Nach einem blutig niedergeschlagenen - vom 13. Distrikt angezettelten - Aufstand der verarmten Bevölkerung gegen die Diktatur, müssen die übrig gebliebenen 12 Distrikte jedes Jahr als Opfer und Mahnung zwei Tribute aus ihren Reihen zu den sogenannten Hungerspielen entsenden. Das bedeutet den zwangsläufigen Tod von jährlich 23 Kindern im Alter zw. 12 und 18 Jahren auf dem sich im medialen Zentrum befindenden Schlachtfeld.

Primrose Everdeen wird als 12-jähriger weiblicher Tribut ausgelost, jedoch von ihrer älteren Schwester Katniss (Jennifer Lawrence) ersetzt, als diese sich zum Schutze von Primrose freiwillig meldet. Der zweite Tribut aus dem 12. Distrikt ist Peeta Mellark (Josh Hutcherson), der schon länger heimlich in Katniss verliebt ist. Es scheint, als ob die potenzielle junge Liebe bereits von Anfang an hoffnungslos in Anbetracht der anstehenden Ereignisse ist.

Von nun an folgen Kampftrainings, TV-Auftritte und Sponsorenumgarnungen, die hinsichtlich des baldigen Dahinscheidens der Tribute skurril und beklemmend anmuten, aber auch kleine Parallelen zu unserer aktuellen (TV-)Zeit aufzeigen.
Kurz darauf starten dann (ca. in der Mitte des Films) die Hungerspiele und schon in den ersten Minuten sieht man, wie eine Vielzahl junger Menschen sinnloserweise ihr Leben verliert.
Um die Zuschauer bei Laune zu halten, wird dann auch gerne mal mit Feuerbällen geschossen, um einzelne Tribute in die Arme der anderen zu treiben. Hauptsache, die Zuschauer bekommen etwas Unterhaltung auf den Bildschirmen geboten :(

Das Finale ist leicht vorhersehbar (logischerweise ist die Hauptdarstellerin für alle drei Teile gebucht worden) und auch als Nichtkenner der Buchreihe kann man sich da bereits gut vorstellen, was im zweiten Teil geschehen wird :)




FAZIT:

Der Film bietet eine gute und solide Unterhaltung mit eindeutigen Stärken in der zweiten Hälfte. Der Anfang ist zugegebenermaßen ein bisschen lahm, aber für das Verständnis trotzdem recht wichtig. Vielleicht hätte man diesen ja ein wenig straffen können?
Anstrengend empfand ich im Übrigen das dämliche Kameragewackel. Für Actionszenen vielleicht noch irgendwie passend, gehört sowas ansonsten höchstens noch in die Privatarchive von Hobbyfilmern.

Die Darsteller sind überwiegend brillant gewählt. Allen voran Jennifer Lawrence, die der Figur Katniss Stärke und Zerbrechlichkeit zugleich verleiht und die ideale Protagonistin für diesen Film ist. Donald Sutherland als ihr scheinbar übermächtiger Gegenspieler passt auch perfekt in das Science-Fiction-Drama. Bin ehrlich gesagt ein Fan von ihm. Josh Hutcherson verkörpert Peeta als bodenständigen, aber irgendwie auch harmlosen und langweiligen Jungen von nebenan (im wahrsten Sinne). Dadurch wirkt sein Charakter in der Verfilmung leider etwas farblos.

Twilight-Fans muss ich jetzt übrigens enttäuschen: der Film ist zu anspruchsvoll für euch, wenngleich ihr ja eigentlich in dieselbe Zielgruppe fallt ;)
Hätte sich Jennifer damals gegen die sterbenslangweilige Kristen beim Casting durchgesetzt, wäre die Vampirsaga vielleicht auch nicht ganz so öde geworden. Im Nachhinein war es wahrscheinlich gut für die junge Actress, denn Die Tribute von Panem bietet wirklich deutlich mehr Tiefgang der Charaktere (okay, manchmal sind sie doch ein kleinwenig klischeehaft gezeichnet) und das Drehbuch ist definitiv auch das gelungenere.

Anders als beim Goldenen Kompass und bei Tintenherz wird es hiervon im Übrigen definitiv zwei weitere Teile geben, was schon vor den sensationellen Einspielergebnissen feststand. Schade, dass der Film eine Altersfreigabe ab 12 bekommen hat, denn ansonsten hätte man noch viel mehr aus der Story herausholen können. Viele der Zuschauer dürften jedoch zw. 12 und 16 Jahren alt sein und deren Eintrittsgelder wollte man sich offenbar nicht entgehen lassen ;)

Anschauen kann man sich den Film durchaus, wenngleich der Hype ein klein wenig übertrieben ist. Ich glaube im Übrigen, dass Teil 2 noch besser wird, wenn sich meine Vorahnung bezüglich der Handlung bewahrheiten sollte.




Hier gibt es den Trailer zum Film.

Kommentare:

  1. Wieder ein Film, in den ich sicherlich nicht gehe. Obwohl ich mir den von meinem Intellekt her wohl zutrauen könnte (Allerdings traue ich meinem Intellekt diesen Film lieber nicht zu) ?

    In den angesprochenen Vampirfilmen war ich nicht, aber ich kenne eine ganze Reihe von gestandenen und bereits mitten im Berufsleben stehenden VOLLakademikerinnen, die da drinnen waren. Die wären wohl auch für die Tribute gerüstet... ;) Manchmal darf man sein Bildungsniveau auch gerne vergessen.

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  2. Tja, das muss halt letztlich jeder für sich selbst entscheiden ;)

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  3. Mal sehen, wenn meine Tochter mit mir reingehen will, sag ich nicht Nein, aber sie ist nun in einem Alter, wo man auch lieber mal mit ner Freundin was unternimmt. Was soll bloß aus mir werden ;-)

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    1. Arme Judy! :(

      Wenn du willst, können wir beide ja zusammen in den zweiten Film der Reihe gehen (kommt m.E.n. 2014 raus). Meinem Freund gefiel schließlich Teil eins bereits nicht sonderlich xD

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  4. :-)
    Meinen Mann könnte ich dazu auch nicht überreden...

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  5. Hach ... Männer - die wissen überhaupt nicht, was gut für sie ist! ;)

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  6. Also, nachdem ich den Film nun auch gesehen habe:
    Ich fand ihn gut, ist aber nicht so ganz das, was ich gern gucke. Es war von Anfang bis zum Ende ziemlich grausam, traurig, beklemmend. Ich hab´s gern, wenn auch mal was zum Lächeln oder Lachen vorkommt :-)
    Und härter müsste es für mich auf keinen Fall sein, find´s auch für 12jährige grenzwertig.
    Die Schauspieler fand ich auch gut. Auch die männliche Hauptrolle, das sollte ja ein unauffälliger netter (eher Verlierer-) Typ sein und so war er auch. Die Rolle von Donald Sutherland fand ich nichtssagend, aber wie ich von Rosalie weiß, spielt er in den nächsten Teilen eine wichtige Rolle.
    Der wartende Liebste daheim ist wohl ein ganz anderer Typ als im Buch, aber da ich das Buch nicht gelesen habe, und er hier ja nur eine untergeordnete Rolle spielt, ist das egal.

    Interessant oder lieber schockierend ist wirklich die Parallele zur modernen Medienwelt. Man denkt an Big Brother in der Extremversion. Da könnte es einen schon schütteln, wenn man sieht, wie eine Nation sensationslüstern zuschaut, wie sich die Kinder/Jugendlichen gegenseitig abschlachten.

    Da ich nun den ersten Teil gesehen habe, würde ich die weiteren vielleicht auch gucken. Oder ich nehme mir mal die Bücher vor...

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