Sonntag, 4. März 2012

Hund vs. Baby

Nachfolgend möchte ich aus aktuellem Anlass auf ein mir auf der Seele brennendes Thema eingehen. Vielleicht entdeckt ja der ein oder andere von euch Parallelen zu sich selbst :)

Die meisten Frauen in meinem Alter haben Kinder oder wünschen sie sich zumindest. Das nachzuvollziehen fällt mir äußerst schwer, da ich selbst nicht einmal ansatzweise den Drang verspüre, mich schwängern zu lassen. Wenn ich Kinder sehe oder kreischen höre, denke ich mir fast immer: ''Zum Glück bist du bisher davon verschont geblieben.''

Zugegebenermaßen gibt es auch kleine Exemplare von Erwachsenen, die nicht ganz so furchtbar wie die meisten sind, jedoch glaube ich langsam, dass ich womöglich niemals Kinder haben möchte.
Bin ich deshalb vielleicht verrückt oder zumindest seltsam? Wird denn nicht von uns Frauen erwartet, dass wir zum Kinderkriegen grundsätzlich bereit sein müssen?
Eine gesunde Frau zwischen Mitte 20 und Ende 30 ohne Kinderwunsch wird doch heutzutage wie ein extrem seltenes, sich kurz vorm Aussterben befindliches Wesen betrachtet, das in einem Zoo ausgestellt werden sollte.

Glücklicherweise habe ich einen Partner, der dem Ganzen exakt genauso gegenübersteht. Ich hätte aber auch wirklich keine Lust auf endlose Diskussionen um diese leidvolle Thematik :)

Besonders nervig finde ich inzwischen die ganzen Erwartungshaltungen in unserer Umgebung. Es vergeht kaum eine Familienfeier ohne Anspielungen darauf, dass es doch langsam mal Zeit für uns sei, Kinder in die Welt zu setzen (und/ oder zu heiraten). Nein, danke!
Muss sich das eigentlich jedes Paar anhören, das über fünf Jahre - ohne konkret vorzeigbares Ergebnis - zusammen ist?
Es hat in unserem Fall alleine über vier Jahre gedauert, bis wir überhaupt zusammengezogen sind. Es muss halt alles gründlich durchdacht und Pro gegen Contra abgewogen werden. Wir kamen schon immer bei der Kinderfrage einstimmig auf das deutliche Überwiegen von negativen Gesichtspunkten.
Mir fällt wirklich nur ein einziges Pro-Argument ein: Im Falle meines frühzeitigen Ablebens könnte ich durch das Kind verhindern, dass meine Eltern einen Pflichtteil des Erbes erhalten würden. Bei unverheirateten Paaren könnte nämlich selbst ein Testament zugunsten des Partners dies nicht ausschließen, sondern nur ein eigenes Kind.
Spätestens jetzt müsste wirklich jedem klar sein, dass ich keine Kinder haben sollte ;)

Ganz anders verhält es sich bei Hunden. Ich finde sie großartig und könnte mir durchaus vorstellen, unsere Zweisamkeit durch einen charmanten Vierbeiner zu bereichern. Wäre dann zwar eine etwas andere Art von Familie, aber dafür würden wir den kleinen Racker über alles lieben und für ihn sorgen. Auch hier sind sich der tMdW und ich uns einig, nur dass er dem Zeitfaktor kritischer gegenüber steht als ich. Wie immer ist er der weisere Part in unserer Beziehung ;)

Meiner Meinung nach ist die Verantwortungsüberhahme für einen Hund nichts, das man unterschätzen sollte. Vor dem Kauf gibt es zunächst einige Fragen zu klären:

1) Rassehund (Welche Rasse?) oder Mischling?
    => trotz der kürzeren Lebenserwartung soll es derzeit eher ein Rassehund werden
    => die Französische Bulldoge ist die einzige Rasse, die uns beiden wirklich sehr zusagt
         und nicht zu groß für eine Wohnungshaltung ist (wie der Dobermann, der uns auch gefällt)
    => der tMdW wollte alternativ einen Rottweiler (!), ich hingegen einen Mops :)
2) Tierheim oder Züchter?
    => nach langem Überlegen ist uns dann doch als erster Hund ein Welpe vom Züchter lieber
         (Tierheimhunde haben immer eine Vorgeschichte, die man nie 100-prozentig kennen kann;
         gerade bei Hundehaltern ohne Hundeerfahrung kann sowas schnell zur Katastrophe führen)
 3) Rüde oder Hündin?
    => egal, es gibt bei beidem Vor- und Nachteile
4) Ist eine Kostendeckung gewährleistet (Kauf, Futter, Versicherung, Arztkosten, Steuer)?
    => ja (uns ist bewusst, dass ein Hund sehr hohe Anschaffungs- und Unterhaltskosten verursacht)
5) Wieviel Zeit hat man für den Hund am Tag?
    => zw. 5 und 7 Stunden (inkl. Zeit für die Hundeschule und gemeinsame sportliche Aktivitäten)
6) Gibt es Betreuungsmöglichkeiten für den Fall unvermeidbarer Abwesenheit?
    => da wir keine Flugreisen unternehmen, könnten wir den Hund in jeden Urlaub mitnehmen,
         ansonsten würden meine Großeltern auf ihn aufpassen (haben sogar einen Garten am Haus)
7) Last, but not least: Wäre man bereit, sein Leben für den Hund (z.T. extrem) umzustellen?
    => definitiv! 
    => hätte z.B. kein Problem damit jeden Tag, auch bei Wind und Wetter, gegen 6 Uhr aufzustehen


Da ein Kauf eine Adoption wirklich sehr gut überlegt sein soll, habe ich mir letztens bei Amazon diese drei Bücher bestellt:




Das Buch oben rechts hatte ich mir als erstes vorgenommen und regelrecht verschlungen. Jetzt weiß ich u.a., dass die Bullys - wie sie liebevoll genannt werden - typische Schnarcher sind (juhu, der tMdW bekäme dahingehend Verstärkung! *g*), üblicherweise zw. 8 und 10 Jahre alt werden und für die Wohnungshaltung gut geeignet sind.
Ich muss mich jedoch auch schonmal darauf einstellen, dass ich unseren Hund mit seinen 8 bis 14 kg dann wohl die Treppen rauf und runter tragen darf (3. OG), da die Französische Bulldogge ansonsten schnell Gelenkprobleme bekommen könnte.

Ich werde euch auf dem Laufenden halten - versprochen!
Derzeit bearbeite ich noch ein kleines bisschen meine bessere Hälfte ... ich glaube, dass er ansonsten wohl bis zu unserem Rentenalter warten würde ;)

Kommentare:

  1. Da bin ich eher ein schlechter Ratgeber. Mit Haustieren hab ich nicht viel am Hut, während ich mir gut vorstellen könnte, statt zwei auch drei oder vier Kinder zu haben (wenn die äußeren Umstände günstiger gewesen wären). Ich bin auch froh, dass meine Eltern (damals noch eher ungewollt) drei Kinder zur Welt gebracht haben und ich die zwei Geschwister habe. Das heißt natürlich nicht, dass ich das für andere Leute als Maßstab setze. Entweder, das Bedürfnis stellt sich noch ein (was ich vermute) oder auch nicht... Gegen einen Hund ist auf jeden Fall nichts einzuwenden, wenn Ihr das zeitlich in die Reihe kriegt (was Du ja schon festgestellt hast). Und das Gedrängele der Verwandten und Bekannten würde ich ignorieren, sind ja vielleicht sowieso eher Phrasen...

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  2. Ich hatte mir auch immer Geschwister gewünscht und beneide dich dahingehend sehr!
    Keine Ahnung, ob das bei mir nur eine (bisher 10 Jahre andauernde) Phase ist oder ich auch noch in 10 Jahren genauso denke. Werde mich mal überraschen lassen ;)

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  3. Wenn Du in Deinem Herzen Sehnsucht nach einem Kind hast, solltest Du eins bekommen. Wenn nicht, überlass es dem Zufall.
    Mit Kind hast Du ne ganze Menge Sorgen, die Du vorher nicht kanntest und natürlich auch ne ganze Menge Freude.

    Die Entscheidung zwischen Kind und Hund würde ich nicht treffen.

    Es gibt auch Leute, die beides haben....

    Wir hatten lange Jahr einen Hund. Wir mochten ihn sehr aber
    er bringt genausoviel Sorge wie Freude...

    Für alles was lebt, hast Du ne Menge Verantwortung und Fürsorge zu tragen.... und alles wird Dein Leben total durcheinanderbringen.....

    Da hilft auch kein Buch....

    Wenn Dein Studium beendet ist, wirst Du eh Wege gehen, die Du vielleicht jetzt noch nicht überblicken kannst....

    Überleg mal wie es in Deinem Inneren aussieht und wie Du Dir Deine Zukunft erträumst....

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  4. Da haben wir wohl die selben "Hundevorlieben", auch wenn ich eigentlich nicht der Hundetyp bin - wenn dann eine frz. Bulldogge oder ein Mops! :) Und deine Ansichten finde ich völlig normal und unbedenklich, wenn so sein soll, dann ist es eben so :)

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  5. Ich würde mir da auch keine Gedanken machen, bei einigen Frauen tickt die Uhr schon mit neunzehn Jahren, bei anderen tickt sie nie. Ob man Kinder will, liegt vielleicht einfach auch an den Lebensumständen. Man muss ja auch zwangsläufig keine eigenen Kinder haben. Vielleicht ergibt sich ja auch anders die Möglichkeit, Kinder beim Großwerden zu begleiten?

    Tiere? Es gibt ja Bruno. Und der reicht mir persönlich voll und ganz! Ich habe einmal mit einem echten Hund zusammen gewohnt. Ich brauche das nicht noch einmal.

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  6. Uh, ich liebe Französische Bulldoggen auch <3 <3 <3

    Allerdings hab ich mich entschieden zu warten, bis die die Gesundheitsprobleme wieder in den Griff bekommen haben. Es ist einfach Wahnsinn, wie krank diese wundervollen Hunde gezüchtet wurden :(((

    Das ist für mich z.B. ein Grund, mir einen erwachsenene Hund aus einer Pflegestelle o.ä. zu holen. Da kann man sehen, ob die Nase gut entwickelt ist und ob sich schon Krankheiten ausgebreitet haben ^^ Klar kann da auch was dazukommen, aber ein Welpe ist da ja eher das Überraschungspaket.

    Bin schon sehr gespannt, was es dann für ein Hund wird.

    Liebe Grüße

    Pony :)

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  7. Da treffen hier ja z.T. extrem unterschiedliche Ansichten aufeinander. Finde ich echt gut ;)

    Was die Rassenfrage betrifft: wenn man den Welpen bei einem 100% seriösen Züchter kauft, wird man so gut wie überhaupt keine Probleme bekommen. Der Bully kostet dann allerdings auch irgendetwas zw. 1000 und 2000 €.
    Um Hunde mit Modefarben (z.B blau oder schoko => Gendefekt) und auch um Tiere ohne Papiere sollte man ferner immer einen großen Bogen machen ;)

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  8. Bei den blauen Hunden muss man eh super vorsichtig sein! Bei Deutschen Doggen gibt es Studien die zeigen, dass die blauen ein großes Aggressionspotanzial besitzen.

    Finde es eh bescheuert, dass Hunde mit Gendefekten in der Zucht bleiben dürfen!!

    Und was die Krankheiten betrifft: Da hilft ein seriöser auch nix. Dass die Elterntiere gesund sind bedeutet ja nicht automatisch, dass die Jungtiere auch gesund bleiben ;)

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  9. Meines Erachtens nach dürfen sie das gerade nicht - zumindest nicht in seriösen Zuchtvereinen. Blaue Hunde sind ja schließlich auch bei Hundeschauen nicht teilnahmeberechtigt.

    Und selbstverständlich hilft es enorm, Welpen beim seriösen Züchter zu kaufen! Beide Elterntiere werden dort nämlich umfassend auf Krankheiten untersucht. Sind beide Elterntiere kerngesund, dann ist die Wahrscheinlichkeit von kranken Welpen im Wurf äußerst gering. Bei spontanen Hobbyzüchtern, die auch mal einen Wurf haben wollen, sieht das ganz anders aus. Daher kosten diese Tiere auch nur um die 500 €. Den gesparten Betrag darfst du dann später Stück für Stück durch auftretende Krankheiten draufzahlen (und meist sogar noch mehr).
    Bei Verpaarungen von Bullys durch seriöse Züchter hat man daher nicht grundlos häufig längere Wartezeiten trotz der hohen Kaufpreise ;)
    Fast alle Notfallbullys mit schweren Krankheitsbildern entstammen übrigens aus unverantwortlichen Verpaarungen...

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