Montag, 16. April 2012

Filmkritik: Die Frau in Schwarz

Am Samstag vor einer Woche ging es nach ewig langer Zeit mal wieder in einen Gruselfilm.
Warum auch nicht? Dieser hier war immerhin ab 12 Jahren freigegeben und konnte damit eigentlich ja gar nicht allzu heftig werden.
Ähm ja ... Pustekuchen!!!




HANDLUNG:

Arthur Kipps (Daniel Radcliff), ein junger Anwalt im England Anfang des letzten Jahrhunderts, ist seit dem Tod seiner Frau nur noch ein Schatten seiner selbst. Eines Tages erhält er einen Auftrag, wonach er das Haus einer kürzlich verstorbenen älteren Dame verkaufen und vorher noch sämtliche Unterlagen vor Ort überprüfen soll. Um sich und seinen Sohn über die Runden zu bringen, nimmt er ihn aufgrund der Kenntnis von der Verzichtbarkeit seiner Person für die Kanzlei zögernd an.

Vor Ort verhalten sich die Einwohner des Küstendorfs Crythin Gifford ihm gegenüber misstrauisch und teilweise sogar richtig feindselig. Einzige Ausnahme: Sam Daily (Ciarán Hinds).

Es stellt sich heraus, dass das Haus der Verstorbenen im Watt liegt und nur bei Ebbe erreichbar ist. Arthur macht sich auf den Weg dorthin und erkennt schon bald, was die Dorfbewohner so sehr fürchten: obwohl er das abgelegene Haus menschenleer vorfindet, ist es trotzdem nicht unbewohnt...




FAZIT:

Das erste, was mir nach der Vorstellung durch den Kopf schoss war: ''Diesen Film ab 12 freizugeben, kann doch nicht deren völliger Ernst gewesen sein!''
Noch während ich meine tief in den Sitz gekrallten Finger langsam von der Armlehne löste, kam mir der nächste, äußerst beunruhigende Gedanke: ''Heute Nacht wird es sicherlich extrem schwierig werden, einzuschlafen...'' :(

Obwohl es im Film kaum Blut zu sehen gibt und eingefleischte Horrorfans sicherlich ihre geliebten brutalen Szenen vermissen werden, schockt er dennoch. Man kommt nicht umher, sich an einigen Stellen die Hand vor die Augen halten zu wollen (ich Weichei tat das sogar hin und wieder), denn die erzeugte Spannung und das damit einhergehende Unbehagen beim Betrachter sind wirklich nervenzerreißend. Da schoss der Pulsschlag teilweise richtig in die Höhe! :)

Das Drehbuch basiert auf der Novelle Woman in Black von Susan Hill aus dem Jahr 1983 (ui, das ist ja sogar älter als ich!) und bedient sich relativ kreativitätsbefreit der üblichen Gruselfilmklischees:
vergangene Epoche + leeres altes Haus + Nebel + tote Kinder + Isolation 
+ böser Geist (nebst Entstehungsgeschichte) + ahnungsloser Protagonist 
= Rezept für Gänsehaut (seit eh und jeh)

Trotzdem schmälert dies nur bedingt das Filmerlebnis, denn man wird recht schnell in den Bann des Geschehens gezogen. Das ist wohl in erster Linie der guten Kameraführung und dem noch beseren Schnitt zu verdanken. Ob man will oder nicht, man fiebert zwangsläufig mit der Hauptfigur Arthur mit. Selbstverständlich würden die meisten von uns sich nie so weit wie er vorwagen (ich hätte mich wahrscheinlich sogar eher irgendwo eingebuddelt), wo es doch schon aus jeder Pore zu schreien scheint: ''Gleich passiert was richtig schlimmes! Lauuuf weeeeeeeeeeeeg!!!''

Ach ja, der gute alte furchtlose Harr... äh ... Daniel Radcliff. Nach den Zauberlehrlingfilmen hat er sich bei den vielen gebotenen Möglichkeiten doch tatsächlich für einen düsteren Film mit übernatürlichen Inhaltsstoffen entschieden. ''Never change a winning Team!'' scheint da die Entscheidungsgrundlage gewesen sein. Nichtsdestotrotz zeigt er im aktuellen Film andere Facetten (u.a. eine melancholische Seite) und schafft es sogar, den kompletten Film als tragische Figur ganz alleine zu tragen. Nicht schlecht!

Wer Lust auf eine gepflegte Gänsehaut in Kombination mit stellenweiser Herzraserei hat, sollte sich diesen Gruselfilm nicht entgehen lassen. Gleiches gilt übrigens auch für diejenigen, die unbedingt mal eine ganze Nacht wach bleiben wollen/ müssen und zufällig keinen Kaffee oder Cola mehr zu Hause haben ;)




Hier gibt's übrigens noch den Trailer.


Kommentare:

  1. Ui, das ist schwer. Du machst mich ganz schön neugierig. Aber ich müsste wohl mehrere Kissen mitnehmen, in die ich krallen und reinbeißen könnte.
    Schade eigentlich.

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  2. Danke Su - dass Du das alles für uns auf Dich genommen hast :-). Für solche Filmchen bin ich irgendwie auch zu zart besaitet :-)..... Ich wünsche Dir eine schöne gruselfreie Woche..... mit Sonnenschein...

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  3. Ihr seid ja alle totale Angsthasen! ;)

    @ Judy
    In dem Kino, in welchem wir den Film geschaut haben, gab es sogar einige Kissen, die zum mitnehmen in den Kinosaal gedacht waren (als Sitzerhöhung) xD

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  4. Huhuuuuu,
    ich freue mich schon tierisch auf den Film. Ich liebe es unheimlich ;) und ich glaube, dieser Film trifft voll und ganz meinen Geschmack! TOLL!
    Ich wünsch dir noch weiterhin viel Gruuuuuusel ;)
    LG von der Nicole

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    1. Kannst mir ja dann ggf. berichten, wie du ihn selbst fandest.
      Würde mich nämlich freuen, mal eine andere Sicht auf den Film zu lesen... :)

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  5. Hallo :)
    Jetzt hab ich Lust, auf den Film, kann den aber nicht gucken, weil ich ja auch ncoh schlafen muss. Ich hab auch schon mal 'nen Film gesehen, weiß leider nicht mehr wie der hieß, bei dem ich gesagt hatte, mi tdem fangen wir an, weil der ab 12 freigegeben war (wir haben möglichst viele Horrorfilme hintereinander geguckt).Und das war dann der schlimmste von allen. Ich denke, dass einfach die, wo man garnichts schlimmes sieht, vielmehr an der Psyche zehren, als welche, wo man nur Blut sieht.
    Achso, nen tollen Blog hast du :). Musst dich bei Noz! bedanken, die hat mich hierhin gebracht :).
    LG

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    1. Würde ja zu gerne mal wissen, was für ein Film das gewesen ist ;)

      Vielen vielen Dank fürs Blog-Kompliment! :*

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