Montag, 20. August 2012

Filmkritik: Batman - The Dark Knight Rises

Bereits Ende Juli bin ich mit meinem Liebsten im letzten Teil der Batman-Trilogie von Christopher Nolan gewesen.
Ihr seid jetzt sicherlich neugierig, ob er sehenswert ist oder nicht. Da möchte ich euch natürlich nicht länger auf die Folter spannen und direkt zur Sache kommen :)




HANDLUNG:

Acht Jahre nach dem Tod von Gothams - nur scheinbarem - goldenen Ritter Harvey Dent befindet sich die Stadt in einer trügerischen Friedensphase und Bruce Wayne (Christian Bale) ist sowohl körperlich als auch mental ein totales Wrack. Doch wie Selina Kyle/ Catwoman (Anne Heathaway) im Trailer bereits verheißungsvoll andeutet, zieht tatsächlich bereits ein Sturm auf.

Bane (Tom Hardy) - ein irrer Söldner mit einer furchterregenden Atemmaske und Tonationsproblemen (zumindest in der deutschen Synchro) - bringt Angst und Gewalt über Gotham. Irgendwo in der Stadt versteckt er eine große, nicht deaktivierbare Atombombe und droht damit, ganz Gotham zu zerstören, falls jemand aus der Stadt zu fliehen versucht. Was da noch keiner weiter weiß: die Bombe wird zu einem bestimmten Zeitpunkt aufgrund eines inneren Zerfallsprozesses sowieso detonieren.
Fortan herrscht Anarchie in Gotham und skurrile Schauprozesse werden zum traurigen Alltag. Als Polizist ist man zudem plötzlich der Staatsfeind Nr. 1.

In der weiteren Handlung sieht man wie Police Commissioner James Gordon (Gary Oldman), Policeman John Blake (Joseph Gordon-Levitt) und später auch Batman (der sich zuvor seiner wahrscheinlich bisher größten Herausforderung stellen musste) gemeinsam gegen Bane und seine Leute vorgehen, um die Bombe ausfindig zu machen.

Ganz zum Schluss kommt es natürlich noch zum erwarteten Showdown zwischen Batman und dem Peiniger seiner geliebten Stadt. Regisseur Nolan ließ es sich zudem nicht nehmen, eine kleine Überraschung auf der Zielgeraden einzubauen. Zu viel möchte ich an dieser Stelle aber nicht verraten ;)


der zurückgezogen lebende und mit sich hadernde Bruce Wayne


Terrorist Bane als Batmans körperlich überlegener Gegenspieler


ein Tumbler in den falschen Händen


FAZIT:

Mit dem letzten Teil der Trilogie kreiert Nolan ein echtes Meisterwerk! Zugleich schafft er ein Kunststück: ihm gelingt es, geschickt alle drei Filme plausibel miteinander zu verweben.

Auch was den Cast betrifft, hat er ein goldenes Händchen bewiesen. Neben den bereits bekannten Charakteren (Christian Bale, Gary Oldman, Michael Caine, Morgan Freeman und Cillian Murphy), von denen ALLE durchweg überzeugen, gibt es auch neue Gesichter.

Viele hätten z.B. Anne Heathaway überhaupt nicht zugetraut, ihr zuckersüßes Image ablegen zu können, um eine gerissen-schlagfertige Catwoman glaubhaft zu spielen. Dies gelingt ihr jedoch auf beeindruckende Art und Weise.
Clever wie sie ist hat sie auch überhaupt gar nicht erst versucht, Michelle Pfeiffer zu kopieren, sondern schuf lieber eine ganz eigene Version der Katzenfrau (irgendwie musste ich bei diesem Begriff grad an jene Verrückte bei den Simpsons denken). Damit fährt sie letztlich auch besser ;)
Tom Hardy hingegen erwischte leider eine recht miese Synchronstimme, welche für meinen Geschmack die Sätze viel zu eigenartig betont herunter leiert. Durch seine (auf den Zuschauer offenbar einschüchternd wirkende) Atemmaske erkannte ich den Schauspieler aus Das gibt Ärger definitiv nicht wieder und sämtliche Emotionen von ihm ließen sich lediglich an den Augen ablesen. Hut ab für diese Leistung, wenngleich er die Klasse eines bizarr-verstörenden Ledger-Jokers aus Teil Zwei nicht einmal ansatzweise erreicht. Im Zweifelsfall finde ich schräge Psychos nämlich deutlich beängstigender als rein durch ihre Physis erschreckende Gestalten ;)
Ich bin übrigens - das muss ich an dieser Stelle ganz einfach mal anmerken - mächtig erstaunt, wie man den 1,78 m 'kleinen' Hardy durch geschickte Kameraeinstellungen wie einen Zwei-Meter-Hünen wirken lassen konnte.

Etwas schade fand ich die derart düstere und schmerzerfüllte Grundstimmung des Films, sodass man in diesem Teil praktisch vergeblich nach witzigen Schlagabtauschen Ausschau hält. Wenn ich da an Batman Begins zurückdenke, fällt mir direkt dieser Dialog (grob wiedergegeben) ein:
Bruce: ''Du musst meine Gäste für eine ganze Weile hinhalten!''
Alfred: ''Wie soll ich das denn anstellen?''
Bruce: ''Erzähl ihnen doch diesen einen Witz, den du kennst.''
xD
Leider gabs in The Dark Knight Rises keinen einzigen vergleichbaren Moment. Wirklich schade! :(

Doch trotz dieser Schwäche, der Überlänge und der zwischenzeitlich inhaltlich recht gedehnt wirkenden Sequenzen (besonders im Mittelteil) ist der Film - auch aufgrund der aktuellen gesellschaftlichen Bezüge - ein absolutes Muss und eines meiner persönlichen Kinohighlights 2012. Einen teuren 3D-Effekt vermisst man hier übrigens an keiner einzigen Stelle.


Alfred, die gute Seele


Geht da was zw. Bruce und Selina?


Oder ist vielleicht doch eher Miranda Tate die Richtige für Bruces Herz?


Hier gibt's den Trailer.

Kommentare:

  1. Batman mit der Anne ... das wäre durchaus mal eine Überlegung wert ... ;)

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    1. Im Kino ist's derzeit wenigstens schön kühl :)
      Würde mich ja auch mal interessieren, wie du die Überlänge findest ;)

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  2. Wenn ich diesen Film sehen würde, würde ich mir wahrscheinlich Michelle Pfeiffer nicht in dieser Rolle vorstellen können...
    Für mich als zur etwas älteren Generation zugehörig versprechen ja die Namen M. Caine u. M. Freeman Qualität.
    Da z. Z. aber auch gar nichts im Kino kommt, was mich interessiert, könnte ich ja mal über Batman nachdenken.

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    1. Hast du denn die beiden Vorgänger gesehen? Ohne diese ergeben nämlich einige Handlungsstränge und Anspielungen recht wenig Sinn :)

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  3. Danke für Deinen Bericht - Su..... das Lesen hat Spaß gemacht.... Sohn war in der englischen Version...

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    1. Und? Wie fand er den Film?
      Wie ist die englische Synchro denn so?

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    2. P.S.: Danke fürs Rezensions-Kompliment! :*

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