Mittwoch, 12. September 2012

Aufreger der Woche: ESM-Vertrag

Eigentlich hatte ich nicht vor, auf meinem Blog politische Themen anzusprechen, aber das muss jetzt einfach sein:

Heute ist einer der schwärzesten Tage in der Deutschen (Nachkriegs-) Geschichte, denn Karlsruhe hat JA zum ESM-Vertrag (sog. 'EU-Schuldenunion' oder anders ausgedrückt 'Das Fass ohne Boden') gesagt.

Die leider nicht unabhängig entscheidenden Verfassungsrichter (die Bezeichnung ist im Prinzip inkorrekt, denn Deutschland hat gar keine Verfassung, sondern lediglich ein Grundgesetz; siehe Wortlaut des Artikel 146 GG) haben damit dem Willen des Deutschen Volkes einen Schlag ins Gesicht verpasst und die schätzungsweise 37.000 privaten Kläger mit Häme und Spott bestraft.

In wenigen Jahren werden den restlichen Deutschen dann - leider zu spät - gewaltsam die Augen geöffnet werden, wenn es um ihr Hab und Gut geht. Wer ernsthaft glaubt, dass der Zensus 2011 ohne irgendwelche Hintergedanken durchgeführt worden ist, der ist schlichtweg naiv.

Eine einfache Rechnung: Deutschland hat aktuell schätzungsweise 2 Billionen Euro Schulden, das Privatvermögen aller Deutschen wird jedoch auf ca. 4 Billionen geschätzt. Warum also nicht die Hälfte des Privatvermögens nehmen, um die Schulden zu tilgen?

Hilfestellung leistet Artikel 14 Absatz 3 des Grundgesetzes. Demnach darf eine Enteignung zum Wohle der Allgemeinheit stattfinden. Jedoch müsste der Staat dann Entschädigungsleistungen aufbringen und von daher erscheint mir die Anwendung von Zwangshypotheken deutlich wahrscheinlicher. Meiner Meinung nach werden in wenigen Jahren sämtliche Eigentümer von Gebäuden und Wohnungen ihr blaues Wunder erleben.

Alternativ wäre auch die Einführung einer neuen EU-Währung denkbar, die die Schulden z.B. auf gerade mal ein Zehntel des bisherigen Standes schrumpft. Mit dem Verhältnis von Euro und D-Mark lief das ja ähnlich. Nur, dass die Inflation dafür gesorgt hat, dass wir aktuell vom Preisniveau schon fast wieder auf dem Stand liegen, welcher bei Einführung des Euros vorgelegen hatte. Und wer kann im Gegenzug schon behaupten, jetzt vom Zahlenwert genauso viel in Euro wie vor der letzten Währungsreform vor 11 Jahren zu verdienen? Ganz genau!
Eine solche Währungsumstellung würde also zwangsläufig auf dem Rücken und zulasten der normalen Bürger ausgetragen werden.

Der heute bestätigte ESM-Vertrag selbst könnte im Übrigen ein Katalysator für derartige Szenarien werden, wenn man sich dessen Artikel 9 Absatz 3 mal genauer anschaut...

Schon der ehemalige Bundespräsident und Jurist Christian Wulff hat sich extrem kritisch gegenüber dem ESM-Vertrag geäußert und im Anschluss startete dann die erbarmungslose Hetzkampagne gegen ihn. Ich war nie ein Fan von ihm, aber das Ganze war schon äußerst merkwürdig.

Meiner Meinung nach hat man nur 2 Möglichkeiten, der in wenigen Jahren drohenden Armut zu entgehen:
1) Die EU verlassen oder nach Großbritannien bzw. in die Tschechische Republik ziehen (haben ESM-Vertrag jeweils nicht unterschrieben).
2) Einen Job bei der ESM ergattern, um fortan stinkreich und absolut unbehelligt (personelle Immunität) weiterzuleben.

Ich tendiere derzeit zu Nr. 2 - auch, wenn ich dann nach Brüssel umziehen müsste ;)



Weiterführende und anschaulichere Informationen findet ihr in diesen youtube-Beiträgen:


Kommentare:

  1. Oh Mann... wo soll das alles hinführen.......

    Besorgst Du mir dann bitte auch einen Job!!

    Oder kannst Du noch irgendein sonniges Land empfehlen? Griechenland wär doch toll :-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Klaro, kein Problem! ;)

      Ja, Griechenland ist wirklich toll. Keine Ahnung, warum alle ausgerechnet auf diesem Land so herumreiten müssen, denn andere EU-Länder sind deutlich höher verschuldet. Klassischer Fall des Sündenbock-Syndroms :)

      Löschen
  2. Wir bleiben und stehen das gemeinsam durch.....

    AntwortenLöschen
  3. ... und nähen notfalls einfach ein paar Geldbörsen für den griechischen Fiskus... . ;)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Was will man denn mit etwas, das man am Ende gar nicht befüllen kann? xD
      Schuldscheinbörsen wären da wesentlich effektiver ;)

      Löschen
    2. ... in ein paar Jahren werden wir aufgrund der Inflation Schubkarren benötigen. Leider sind die aber nicht nähbar, oder? *g*

      Löschen
  4. Du Pessimistin. Der Euro stirbt... aber die Welt dreht sich weiter ;)

    Und das gute ist... der YEN steigt wieder. Gut für meinen Import der hübschen Mädels aus JP ;)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hi Haggi,

      schön, mal wieder von dir zu lesen ;)

      Ich bin übrigens keine Pessimistin, sondern Realistin - dazwischen gibt es einen feinen Unterschied! :P

      Was willst du eigentlich mit hübschen Mädels aus Japan, wo du doch eine liebe Frau zu Hause hast? Typisch Mann!
      By the way: ganz liebe Grüße an deine bessere Hälfte! :)

      Löschen