Freitag, 26. Oktober 2012

Filmkritik: Wie beim ersten Mal

Herrjeh - lange ist's her, seit ich meine letzte Filmkritik hier veröffentlicht habe.
Zwar war ich Anfang August und Mitte September in zwei recht guten Filmen (Ted und Prometheus), jedoch hatte ich zwischenzeitlich irgendwie keine rechte Lust auf das Verfassen von Rezensionen. Und ihr kennt das bestimmt: wenn man inspirations- und motivationslos irgendetwas niederschreibt, dann kommt da meist nichts Gescheites bei raus ;)

Am Dienstag vor zwei Wochen löste Muttern endlich mal ihren Kinogutschein (Ihr erinnert euch?) ein und wir legten uns recht schnell auf Wie beim ersten Mal fest. In solche (gefühlsbetonten) Filme kriegen den tMdW ja leider keine 10 Pferde und so traf es sich echt gut, dass ich einen filmtechnisch ähnlich interessierten Elternteil habe :)




HANDLUNG:

Kay (Meryl Streep) und Arnold (Tommy Lee Jones) sind seit über 30 Jahren verheiratet. Die Kinder sind schon längst ausgezogen und Intimitäten wurden zwischen den beiden seit Ewigkeiten nicht mehr ausgetauscht. Zumindest Kay leidet unter der beinahe schon beängstigenden Routine, den getrennten Schlafzimmern und den furchtbar praktischen Geschenken zu Geburts- und Hochzeitstagen.

Eines Tages beschließt sie, etwas gegen die vorherrschenden unerträglichen Umstände zu unternehmen und sucht den Paartherapeuten Dr. Bernard Feld (Steve Carell) auf. Ihr mürrischer Ehemann kommt nur widerwillig mit und ist alles andere als begeistert.

Fortan stellt sich das Paar sämtlichen Aufgaben des Therapeuten und selbst der Obergriesgram Arnold muss sich schon bald eingestehen, dass die Sitzungen durchaus positive Veränderungen bewirken.
Der Schlüssel zum Glück ist für die beiden Protagonisten Kommunikation und v.a. das Überwinden von lange bestehenden Ängsten. 

Nicht verraten sei an dieser Stelle, ob für Kay und Arnold ein Happy End bestimmt ist oder beide letztlich getrennte Wege gehen, weil sie sich bereits zu weit voneinander entfernt haben.




FAZIT:

Einfach großartig!
Wer hätte gedacht, dass es ausgerechnet mal ein amerikanischer Film schaffen würde, ohne nervigem Pathos oder unrealistisch gezeichnete Figuren authentische, witzige und v.a. auch dramatische Unterhaltung zu bieten und sich damit mühelos bei seinen französischen Vorbildern einzureihen? 
Also ich persönlich hatte nach dem Trailer wirklich weitaus weniger erwartet und wurde dann doch mehr als angenehm überrascht.

Die Eheleute Soames werden hier von den beiden überragenden Schauspielern Streep und Jones gespielt, die man besser gar nicht hätte besetzen können.  
Die für ihre eher kühlen Rollen bekannte Streep verkörpert die romantische Optimistin Kay eindrucksvoll und entblößt dem Zuschauer mit jeder kleinen (botoxfreien!) mimischen Regung ihre innersten Gedanken.
Meiner Meinung nach ist sie eine der besten Schauspielerinnen und das schon seit mehreren Jahrzehnten!
Jones als mürrischer alter Kauz Arnold ist ebenfals goldrichtig ausgewählt worden. Eigentlich ist dies ja sogar seine Paraderolle, wenn man an die MIB-Filme oder an Auf der Flucht denkt. Einen Besseren hätte man wirklich nicht finden können (Eastwood würde ich z.B. keinen Film mit komödiantischem Schwerpunkt  zutrauen)!

Der Film selbst beginnt recht traurig und fängt die bedrückende Ehesituation der Protagonisten umfassend ein. Während der Therapie sind dann immer wieder witzige Szenen zu sehen, die für gute Laune Sorgen und an keiner Stelle zu gewollt wirken. Gegen Ende entfaltet Wie beim ersten Mal dann nochmal sein großes Potential und als in einem wirklich bewegenden Moment dieses Lied eingespielt wurde, lief mir zugegebenermaßen sogar eine Träne über die Wange. Jaja ... wir gefühlsbetonten Frauen immer.

Falls ihr Interesse habt, den Film zu sehen, dann seid bitte vorgewarnt: Für die meisten Männer wird er wahrscheinlich nicht das geeignete Kinoprogramm sein, denn die Herren der Schöpfung würden den Film sowieso nicht verstehen :)
Schnappt euch besser eine Freundin, Tochter, etc. und schon steht einem tollen Mädelsabend absolut nichts mehr im Wege!




Den Trailer findet ihr im Übrigen hier.

Kommentare:

  1. Danke Su für den kostenlosen Filmabend. Du hast ihn sehr gut und anschaulich beschrieben... Sicher werde ich mir den Film mal irgendwann anschauen... und mit Männern hast Du Recht.... für die meisten ist das nicht die passende Kost.... Meine warten schon auf James Bond :-)

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    1. Oh, das freut mich, dass dir die Rezension gefallen hat :)

      Und James Bond wird von mir mindestens genauso sehnlichst erwartet, wie von deinen Männern ;)

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  2. Ich hoffe, deine Jungs haben schon Karten für Bond? Bei uns sind die ersten beiden Tage in den großen Kinos der noch grüßeren Städte nämlich schon restlos ausverkauft... . Ich war ja im ersten Bond (und zwar ganz alleine), den zweiten haben ich dann wohl im Fernsehen gesehen und das werde ich wohl auch mit dem dritten Film machen.
    Obwohl mir mein Handyanbieter ein Angebot gemacht hat, das man eigentlich gar nicht ablehnen kann... ;)

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    1. Wir gehen diesen Freitag Abend in den Film, WENN wir spontan vor Ort noch Karten bekommen sollten. Das bezweifle ich aber irgendwie. Unsere Alternative wäre '96 Hours 2'. Da war der erste Teil schon ziemlich packend :)

      Welches O2-Angebot meinst du denn? Ich habe etwas dergleichen mal im Vorbeilaufen im Kino mitbekommen, hatte da aber keine Zeit, mir die Details durchzulesen...

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  3. Das ist bestimmt ein Film nach meinem Geschmack. Und ich denke auch, dass M. Streep ein Garant für gute Filmqualität ist.

    James Bond ist vielleicht mal eine Gelegenheit, überhaupt mal mit meinem Mann ins Kino zu gehen. Obwohl das nun wieder nicht so wirklich was für MICH ist. Ich steh ja nicht so auf Action, und der Witz und der Charme der früheren Bonddarsteller fehlt ja wohl völlig.

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    1. Wenn du Pierce meinst: den kann ich überhaupt nicht ab! Wenn nicht Daniel gekommen wäre, würde ich wohl auch heute noch der absolute Bond-Muffel sein ;)

      Ich glaube, ich muss mir mal die alten Filme mit Sean ansehen. Ich hab so im Gefühl, dass sie mir gefallen werden...

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