Sonntag, 25. November 2012

Filmkritik: James Bond - Skyfall

Gleich am Startwochenende zog es uns in das Agentenfilmhighlight des Jahres (der neue Bourne-Streifen lässt uns übrigens völlig kalt): dem dritten Bondfilm mit Daniel Craig: Skyfall.
Dieser erscheint zufällig im 50. Agentenjubiläumsjahr und ist der insgesamt 23. seiner Art.
Wie immer folgt nun eine kleine Rezension von meiner Wenigkeit, die euch die Entscheidung über einen möglichen Kinobesuch hoffentlich etwas leichter macht.




HANDLUNG:

Einer seiner zahlreichen Einsätze geht schief und James Bond (Daniel Craig) wird dabei versehentlich von seiner Kollegin (Naomie Harris) angeschossen. Dadurch gerät ein wichtiger Stick mit empfindlichen Geheimagenteninformationen in die falschen Hände.
Bond selbst überlebt den lensgefährlichen Treffer - nicht gänzlich ohne Spuren - und zieht sich fortan erstmal zurück. Alle beim MI6 sind derweil überzeugt davon, dass er tot ist.
Erst ein Anschlag auf das Hauptgebäude des Britischen Geheimdienstes lässt ihn zurückkehren und sich umgehend an die Fersen des Datendiebs heften, der einen persönlichen Rachefeldzug gegen den MI6 und ganz besonders gegen dessen Leiterin M zu führen scheint.

Erstmals muss sich Bond mit seinem Alter und der damit verbundenen schwindenden Eignung für Außendiensteinsätze auseinandersetzen. Ausgerechnet jetzt wird ihm der neue Quartiermeister 'Q' (Ben Whishaw) vor die Nase gesetzt, der glatt sein Sohn sein könnte. Das erste Aufeinandertreffen ist im übrigen eine der witzigsten Szenen des Films :)

Natürlich trifft 007 dann auch noch auf seinen großen Widersacher (Javier Bardem), der ein psychisch labiles Wrack ist und trotzdem nicht unterschätzt werden sollte. In einigen Situationen ist er dem Agenten sogar ein paar Schritte voraus.

Beim - für meine Begriffe äußerst lang gezogenen - Showdown wird dann noch Bonds Kindheit und auch seine Bindung zu M (Judy Dench) eingehender beleuchtet, die in diesem Teil der Reihe endlich mal einen größeren Part als üblich übernehmen durfte.

Wie immer ist der titelgebende Agent am Ende des Streifens Triumphator über seinen Gegner. Die nächsten Teile brauchen schließlich jemanden, der den bekannten Filmamen weiter trägt ;)


meiner Meinung nach einer der besten Bonddarsteller überhaupt: Daniel Craig


die kühl und streng wirkende M (Judy Dench)


ein Bösewicht, den zumindest ich nicht völlig ernst nehmen konnte (Javier Bardem)


FAZIT:

Skyfall ist bei Weitem kein schlechter Film, aber er ist definitiv eines: viel zu lang(atmig)!
Ich hätte u.a. das Ende erheblich gekürzt und auch zwischendrin gibt es einige unspektakuräre und damit verzichtbare Sequenzen, die den Film nur unnötig bremsen. Meine Sitznachbarin ist sogar zwischenzeitlich eingeschlafen ;)

Wenn ich an Casino Royale zurück denke, kann der inzwischen dritte Teil mit Daniel Craig leider nicht so ganz mithalten. Das gilt für die Spannung, die Handlung und ganz speziell auch für den Bösewicht.
Nunja, auch Ein Quantum Trost fiel ja bereits hinter den Auftaktfilm mit dem aktuellen Bonddarsteller zurück. Also kein Beinbruch, könnte man meinen, da er sich in meinen Augen in etwa auf gleicher Stufe mit dem guten, aber nicht hervorragenden direkten Vorgänger befindet. 

Bei den Darstellern fange ich am besten mal mit etwas Positivem an: Daniel Craig und Judy Dench finde ich wirklich klasse in ihren Rollen. Er als der toughe, aber zugleich auch charmante, ironisch-schlagfertige Agent und sie als der kühl-berechnende Mutterersatz sind ein wirklich hervorragendes Filmduo!
Negativ sind mir Bérénice Marlohe als Sévérine (ist eines der beiden Bondgirls) und Javier als gestörter Ex-Agent mit (Ersatz-)Mutterkomplexen aufgefallen. Sie hatte leider ihre irritierende Mimik und Tonation nur selten unter Kontrolle und wurde offenbar nur wegen ihrer tollen Optik ausgewählt und er ist nicht nur optisch ein totaler Fehlgriff (die blonden Haare passen absolut nicht zu seinem Typ!), seine ganze Person wirkt konstruiert und völlig abwegig. Gut, für die vom Drehbuch vorgegebene Rolle kann Javier nun wirklich nichts und er gibt sich (als grundsätzlich wirklich guter Schauspieler) auch echt viel Mühe, jedoch kam es mir irgendwie so vor, als wollte man hier eine (völlig harmlose) Lightversion vom Joker aus Batman - The Dark Knight erschaffen. Da hat mir ein Le Chiffre wirklich deutlich mehr Angst eingejagt!

Richtig klasse finde ich übrigens den Bondsong Skyfall von Adele. Passt echt sehr gut zum Intro.

Ansonsten kann ich abschließend nur festhalten, dass ich mich trotz einiger kleiner Schwächen des aktuellen Teils auf den nächsten Bond wirklich sehr freue. Der kantige Daniel Craig gibt dem weltberühmten Agenten mehr Tiefgang, Power, aggressiven Charme und Witz als sein farb- und konturenloser Vorgänger Pierce Brosnan.
Ist natürlich auch irgendwie Geschmackssache, denke ich ;)


ganz Gentleman im Smoking


Bondgirl Nr. 2 (Naomie Harris) werden wir zukünftig wohl noch häufiger an der Seite von 007 sehen


Jungspund Q neben dem ''alten ausgedienten Schiff''
(kleine Anspielung auf den in dieser Szene geführten Dialog)


Hier findet ihr noch den Kinotrailer.

Kommentare:

  1. Ich fand ihn super und mir war keine Sekunde langweilig.... :-)

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    1. Wie findest du ihn denn im Vergleich zu seinen beiden Vorgängern? Besser oderschlechter?

      Langweilig fand ich den Film übrigens nicht, nur streckenweise etwas langatmig, weil die Story stagnierte.

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  2. Ich muss mir erst noch ein Bild machen... . Aber Herr Bardem mit blonden Haaren ist echt mal ne optische "Herausforderung"...! ;)

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    1. ...vor allem, wenn er die Zähne auszieht.... :O

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    2. Oh Gott, jetzt erinnerst du mich glatt wieder an diese eklige Szene! :S

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  3. Wusste gar nicht, dass Daniel überhaupt spricht, geschweige denn, dass er witzig ist :-) Nun gut, ich sollte es mir vielleicht einfach mal anschauen...
    Den Ben Wishaw hab ich gestern gerade in "Cloud Atlas" bewundern dürfen. Ist mir im "Parfüm" gar nicht aufgefallen, wie gutaussehend der ist!

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    1. Jepp, der Ben ist schon ziemlich attraktiv :)

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  4. "Das ist zufällig auch der 50. seiner Art." Das ist leider falsch. SKYFALL ist der 23. Bond-Streifen und mit diesem hat Bond sein 50-jähriges Jubiläum. Nur so an Rande. ;)

    Aber ansonsten gefällt's mir gut. Abgesehen davon, dass ich den Film an keiner Stelle sowwirklich zu langatmig fand. Aber na ja, jeder hat 'ne andere Meinung. :D

    LG

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    1. Danke für den Hinweis! Hab's jetzt geändert ;)

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