Samstag, 3. November 2012

Veggie-Fazit nach einem Monat

Na gut ... eigentlich müsste es Veggie-Fazit nach einem Monat und drei Tagen heißen, wenn man ganz korrekt sein will ;)

Ihr fragt euch inzwischen bestimmt, ob ich Vegetarierin bleiben möchte oder nicht und wie ich den Testmonat rückblickend bewerte.

Zunächst einmal muss ich zugeben, dass es teilweise echt schwer gewesen ist, auf Fleisch und Fisch komplett zu verzichten. Wirklich!
Es ist immer leicht gesagt: ''Ach, das ist doch keine große Sache.'' - die Realität sieht leider etwas anders aus. Überall findet man Verlockungen und dann hat man zu allem Überfluss auch noch einen Partner, der selbst fast täglich Fleisch ist. Wie gern wäre ich daher bereits als Vegetarierin geboren worden, sodass ich nichts anderes kenne.
Hinzu kommt, dass man sich auch von der gewohnten Vielfältigkeit der Gerichte verabschieden darf. Neben Gemüse, Obst und essbaren Pflanzen bleiben nur Eier, Pilze und Milchprodukte auf der Speisekarte (neben fast allen Süßigkeiten), was auf Dauer wahrscheinlich etwas fad ist, wenn man nicht gerade ein kreativer Kopf in der Küche ist. Und wie ihr vielleicht schon wisst, bin ich wirklich vieles aber ganz bestimmt kein Kochgenie ;)
Mir ist übrigens immernoch schleierhaft, wie Veganer es durch jeden einzelnen verdammten Tag schaffen. Für mich persönlich sind das die Ultras innerhalb der Vegetarier-Gruppe xD

Zurückblickend lässt sich noch festhalten, dass ein solch unüberlegter, spontaner und kompromissloser Ernährungswechsel wie ich ihn hatte, sicherlich grundsätzlich recht unklug ist.
Für diejenigen, die selbst eine Umstellung auf rein vegetarische Kost erwägen, empfehle ich daher zunächst eine schrittweise Reduktion der Fleisch- und Fischgerichte und dann erst den kompletten Verzicht.
Meine Umstellung hatte ich nur deshalb derart drastisch vollzogen, weil ich ein Mensch bin, der unbedingt klare Regeln benötigt. Eine schrittweise Reduktion hätte in meinem Fall nur dazu geführt, dass ich mich selbst betrogen hätte und letztlich wahrscheinlich doch mehr der inzwischen verbotenen Dinge gegessen hätte, als es eigentlich vorgesehen wäre.
Ein denkbarer (und v.a. vielversprechender) Alternativeinstieg wäre für die meisten Menschen wahrscheinlich das Begrenzen der Fleischeinnahme auf lediglich einen Tag innerhalb von zwei Wochen. Sobald man sich daran gewöhnt hat, kann man eine Reduktion auf einen Tag im Monat vornehmen und im Anschluss dann den kompletten Fleisch- und Fischverzicht. Das hätte auch den Vorteil, dass man diese Gerichte und auch das dahinterstehende tote Tier mehr zu würdigen weiß und auch generell bewusster isst.
Selbst, wenn man dann bei dieser seltenen Fleisch- und Fischaufnahme bliebe (ohne den allerletzten Schritt zu wagen) hätte dies auch schon spürbare Auswirkungen auf die entsprechende Industrie und der übergeordneten Sache wäre bereits gedient.

Momentan bin ich - sicher entgegen eurer Vermutungen, die ihr nach den vorangegangenen Zeilen bestimmt hattet - immernoch eine Vegetarierin und stolz auf jeden einzelnen Tag, den ich ohne Fleischverzehr hinter mich gebracht habe. Hört sich zwar ein bisschen nach einem Alkoholiker (oder einem anderen Süchtigen) auf Entzug an, ist aber tatsächlich so :)

Kommentare:

  1. Erstmal Glückwunsch zu 1 Monat und 3 Tage ;) durchhalten und in Zukunft wirst du Fleisch auch bewusster kaufen und essen. Solltest du doch mal wieder Fleisch essen, würde mich mal interessieren, ob es dir auch vom Geschmack anders vorkommt. Viel Erfolg weiterhin!


    GGGLG
    Soja

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    1. Dankeschön, Soja! :)

      Na ich hoffe doch, dass mein erster 'Rückfall' noch sehr lange auf sich warten lässt *g*

      Liebe Grüße
      Su

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  2. Dann gratuliereich auch mal zu dem tapfer durchgestandenen Monat.

    "Neben Gemüse, Obst und essbaren Pflanzen bleiben nur Eier, Pilze und Milchprodukte auf der Speisekarte"

    Nudeln, Kartoffeln, Reis, Hülsenfrüchte, Mehlspeisen, Knödel, Brot, leckere vor allem chinesische Würzsoßen..., Pesto..... und das Gemüse halt in verschiedenen Garungsmethoden, wie gebraten, gedünstet, gegrillt.... unterschiedlich gemischt....

    mit Kräutern, Gewürzen, Knoblauch....

    Salate....

    italienische Zubereitung, chinesische....

    Da sind einfach Experimentierfreude und Spaß gefragt :-)

    Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag und bin gespannt, wie es so weitergeht in Deiner Küche.... :-)

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    1. Nudeln, Brot, Pesto, etc. fallen für mich mit unter Pflanzenprodukte und ich dachte auch bisher, dass Kartoffeln zur Gruppe der Gemüsesorten gehören würden ;)
      Wahrscheinlich denke ich aber auch einfach immernoch zu engstirnig xD

      Ich wünsche dir noch eine tolle Woche!

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  3. Yeah! Freut mich zu hören! :D

    ....ich hab auch mal eine zeitlang fast vegan gelebt, weil in meiner WG zwei Leute vegan gegessen haben und wir daher auch immer so gekocht haben. Gewöhnt man sich auch irgendwann dran^^

    Ach, und übrigens kann man auch den Deal mit sich eingehen, dass man nur noch, wenn überhaupt, Bio-Fleisch isst....

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    1. Was war denn die Ursache für deine offensichtliche Abkehr von der veganischen Ernährung? Das würde mich jetzt wirklich brennend mal interessieren :)

      Das mit den ernüchternden Berichten über Bio-Fleisch war letztlich übrigens der ausschlaggebende Punkt für meine radikale Ernährungsumstellung. Da scheint nämlich auch bei Weitem nicht alles so tierfreundlich zuzugehen, wie es dem Verbraucher immer suggeriert wird.

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  4. Gratulation, dass Du so standhaft warst und immer noch bist!
    Gibt es denn schon irgendwelche spürbaren Veränderungen, körperlich oder menthal?

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  5. Das würde mich auch interessieren....! ;)

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  6. Körperlich? Hmm ... außer einer kleinen Gewichtsreduktion gibt es eigentlich nichts erwähnenswertes. Ich meine, insgesamt einen klein wenig fitteren Eindruck zu machen, aber das könnte auch pure Einbildung sein :)

    Mental? Also ich verspüre z.B. nicht plötzlich den Drang, Menschen zu töten, falls ihr das meint xD
    Bin insgesamt einen Tick ausgeglichener geworden, aber eine Rundum-Erneuerung der Psyche sollte man lieber nicht erwarten, sobald man seine Ernährung umstellt ;)
    Erwähnenswert wäre hierzu wahrscheinlich nochmals das Entzugsgefühl, das in den ersten zwei Wochen noch nicht wirklich vorhanden war, sich jedoch am Ende des ersten Monats langsam bemerkbar machte.

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