Sonntag, 2. Dezember 2012

Filmkritik: Cold Blood

Zugegeben: dieser Film war nicht wirklich die erste Wahl von uns. Im Prinzip auch noch nicht einmal die zweite, um ganz ehrlich zu sein.
Leider hatte man jedoch sämtliche Vorstellungen von 'Das Schwergewicht' in den Nachmittag verfrachtet und 'Der kleine Hobbit' (unser Wunschfilm schlechthin im Dezember) läuft erst Mitte des Monats an. Hmmm...

Ob sich 'Cold Blood' letztlich überhaupt für einen Kinogang lohnt, erfahrt ihr nachfolgend in meiner (wie immer recht subjektiven) Filmrezension.


 

HANDLUNG:

Im Film geht's um ein inzestuös anmutendes Geschwisterpaar, dass nach einem Casinoraub mit recht großer Geldbeute in Richtung Kanadischer Grenze flüchtet. Um eine bessere Chance auf eine Zielerreichung zu haben, trennen sich die beiden.

Während Liza (Olivia Wilde; besser bekannt als 13 aus 'Dr. House') als Anhalterin zum Ex-Knacki/ Ebenfalls-Flüchtling Jay (Charlie Hunnam) in die Karre hüpft, ballert sich ihr Bruder Addison (Eric Bana) derweil den Weg in Richtung Grenze frei.
Und weil man heutzutage offenbar direkt zur Sache kommt, werden gleich in der ersten Nacht diverse Körperflüssigkeiten zwischen Liza und Jay ausgetauscht. Es wird natürlich die ganz große Liebe werden.
Ähm ja ... aber sicher doch! ;)

Jay will anschließend seine neue Flamme mit zu seinen Eltern nehmen, was Liza ihrem Bruder am Telefon mitteilt, damit sie sich dort treffen können. Keine gute Idee.

Im Laufe des Films wird einem noch gezeigt, dass Jays Vater so richtig sauer auf seinen Sohn ist, wie eine Sheriff-Tochter (ebenfalls eine Polizistin) verzweifelt um die Gunst ihres Vaters kämpft und wie der Bösewicht Addison (eigentlich ist das doch ein Frauenname!) mal kaltblütig und mal fürsorglich ist - letzteres wahlweise im minütlichen Wechsel.

Beim merkwürdigen Showdown in Jays Elternhaus kommt es zur finalen Abnabelung der in eine totale Abhängigkeit geratenen Liza von ihrem dominanten Bruder. Dieser hatte sie als Kind vor den (möglicherweise sexuellen?) Übergriffen ihres Vaters gerettet, indem er selbigen tötete.


sollte dringend mal den Psychodoc aufsuchen: Addison (Eric Bana)


FAZIT:

Sorry, aber dieser Film ist ziemlicher Quark.

Aus einem unerklärlichen Grund will sich absolut keine Nähe zu den gezeigten Figuren aufbauen und die ständigen kontrastreichen Wechsel zwischen der sich in erster Linie im Bett abspielenden Jay-Liza-'Liebesgeschichte' und der geistlosen Tötungsmission von Addison wirken einfach unbalanciert.

Eric Bana - ein eigentlich richtig toller Schauspieler - wirkt teilweise sogar echt Banane, z.B. wenn er behauptet, ein Engel zu sein. Was hat sich der Drehbuchautor dabei bloß gedacht?
Bei Olivia Wilde sieht es nicht besser aus: der Wechsel zw. sexy Vamp und bettelndem Schwesterchen ist mir persönlich etwas zu extrem geraten.

Das Drehbuch ist folglich eine totale Katastrophe!
Wer mir ernsthaft weißmachen will, dass Liza auf ihrer Flucht ausgerechnet auf den Olympischen Silbermedaillengewinner im Boxen von 2008 trifft, der sollte erstmal seinen Joint zu Ende aufrauchen.
Die Story hat weder Hand noch Fuß und konzentriert sich in meinen Augen auf zuviele Charaktere, die man dem Zuschauer offenbar alle näher bringen will. Wie heißt es so schön? ''Zuviele Köche verderben den Brei!'' Das trifft hier eindeutig zu.
Anstatt sich also auf die beiden zentralen Figuren Liza und Addison zu konzentrieren, verliert man sich in uninteresanten Nebensträngen und macht den Film damit noch lahmer. Da helfen dann auch die 08/15 Actionsequenzen mit Addison (z.B. auf Schneemobilen) nicht wirklich.

Es gibt allerdings auch noch etwas Positives zu berichten. Die schneeweißen Landschaftsaufnahmen sind der absolute Hammer! Sie passen zudem zum Filmtitel wie die Faust aufs Auge :)


Liza (Olivia Wilde) ist eine recht gestörte junge Frau


Jay (Charlie Hunnam) hat für einen Profiboxer eine recht schöne Nase, nicht wahr?


Zum Abschluss gibt's hier noch den Trailer für euch.


Kommentare:

  1. Danke für die Warnung! Eric Bana kenn ich wohl aus "Frau des Zeitreisenden", ein schöner Film. Ich guck mir dann lieber den noch mal an :-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Habe gestern Abend erfahren, dass mein Freund sich den Film wohl auf DVD holen will. Fand ihn wohl ganz gut O.o
      Ich mein, es gibt sicherlich schlechtere Filme, aber auch über tausend bessere! xD
      Ist letztlich aber wohl alles reine Geschmackssache. Ich versuche derweil mal, dem tMdW diesen Unsinn auszureden... ;)

      Löschen
  2. Hm, blöd so ein verkorkster Kinoabend. Wenigstens war es geteiltes Leid... . Alleine in so einen dummen Streifen zu gehen, ist ja doppelt blöd - da kann man sich noch nichtmal mit dem Sitzpartner ablenken... ;)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ...aber es ist ja auch alles freiwillig... :-)

      Löschen
    2. Das stimmt.
      Ist ja sowieso alles nur die Schuld von Kevin James ... hat doch tatsächlich zugelassen, dass sein Film 'Schwergewicht' nur im Nachmittagsprogramm läuft :)
      Der wäre bestimmt nicht so öde gewesen, obwohl man das auch nie so genau wissen kann.

      Löschen