Freitag, 11. September 2015

Kostenlose Alternativen zu Kleiderkreisel

Wie einige von euch wahrscheinlich bereits wissen, wird Kleiderkreisel ab dem 15.09.2015 kostenpflichtig (erst 5% und ab 2016 dann 10% Gebühren pro Verkauf; Gebührenobergrenze: 10 €). Nachdem Ende des letzten Jahres eine Welle der Entrüstung über die Plattform hereinbrach, als man ein neues Bezahlsystem und die zwangsweise Nutzung eines Südfrucht-Geldbeutels (ähnlich PayPal) ankündigte, ruderte der Seitenbetreiber plötzlich von Panik getrieben wieder zurück und ließ das neue System (vorerst) optional bestehen. Offenbar sahen der Mutterkonzern Vinted und seine Investoren ihre Felle davonschwimmen, weil auf einmal massenweise User ihre Accounts löschten (ich gehörte damals ebenfalls dazu: *klick*).

Der neue Plan ab Dienstag sieht vor, dass ein Vertrag über das unbeliebte Bezahlsystem ODER per Nachrichtenfunktion (Achtung: Big Brother is watching you!) zustande kommt und dass man beim Versand von unversicherten Briefen/ Warensendungen als Verkäufer nun stets die unsinnige und völlig beweiskraftlose Quittung aufheben muss, da man ansonsten im Wiederholungsfall für den Verlust mit einer Sperre bestraft werden kann (nirgendwo sonst - abgesehen von einem schwachsinnigen Anbieten des Bezahldienstes PayPal - muss der VK das Risiko bei unversicherten Sendungen tragen ... das ist doch purer Irrsinn!). Hat der Verkäufer diesen Beleg aufgehoben (Probleme drohen demnach beim Kauf von ganzen Briefmarkenbögen) und der Käufer behauptet dann später, keine Ware erhalten zu haben, erstattet Kreiderkreisel dem Käufer bis zu einem Wert von max. 20 € (pro Monat) dessen Verlust. Ein wahres Schlaraffenland für Betrüger ... findet ihr nicht auch? ;)

Für die angefallenen Gebühren werden dann übrigens einmal im Monat Rechnungen an die Mangopay-Nutzungs-Verweigerer geschickt, die diese Beträge dann selbstständig überweisen müssen. Wer einen Lastschrift-Service à la eBay erwartet hat, wird schnell enttäuscht sein.

Der perfekte Zeitpunkt also, um die vielversprechendsten kostenlosen Verkaufsplattform-Konkurrenten mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen :)




Miralia

Seit gerade einmal 31 Tagen ist Miralia online und hat jetzt bereits 1283 Mitglieder. Tolles (frauenaugenfreundliches *g*) Design, ein super nettes Team (sind alles ehemalige Kleiderkreisler, die ihre letztjährige Enttäuschung in einen äußerst produktiven Kanal gelenkt haben; arbeiteten fast ein Jahr am Miralia-Projekt) und stets ein offenes Ohr für Veränderungswünsche machen die Seite zu einem wahren Schätzchen. Nicht unerwähnt lassen möchte ich zudem die niedlichen Tiere, welche die User - je nach gewähltem Account - begleiten.
Anders als bei Kleiderkreisel setzt man bei Miralia von Beginn an auf ein transparentes Finanzierungskonzept:

* Gratis Account (die Bezeichnung Free Account fände ich allerdings passender im Hinblick auf eine einheitliche Sprache)
=> man kann bis zu 30 Artikel mit jeweils max. 3 Fotos einstellen (wenn ein Artikel gelöscht wird, kann er durch einen anderen ersetzt werden); die Katze (siehe oben) ist hier stets an der User-Seite
* Basic Account: 4,99 €/ Jahr
=> man kann bis zu 100 Artikel mit jeweils max. 5 Fotos einstellen; als Wegbegleiter kann man sich entweder den Panda oder die Katze aussuchen
* Premium Account: 12,99 €/ Jahr
=> man kann bis zu 1000 Artikel mit jeweils max. 10 Fotos einstellen; der Katalog lässt sich per drag & drop sortieren und man wird den Mitgliedern bevorzugt angezeigt; bei den Begleitern kann man zwischen Einhorn, Panda und Katze wählen

Da jedes Bild Severkapazitäten frisst, ist das gesamte Projekt wirklich fair angelegt. Wer nur wenig verkauft, kommt mit dem Gratis Account locker hin und wer sehr viel Kram loswerden möchte und zudem auch mehr Artkelfotos zeigen will, kann bei Bedarf ein entsprechendes Upgrade buchen. Niemand wird gezwungen, für die Nutzung der Seite zu bezahlen und genau diesen Ansatz finde ich persönlich extrem gelungen.

Hinzu kommt, dass es auch noch die Sparte Flohmarktfunde gibt und sogar Bücher und Zeitschriften an den Mann/ die Frau gebracht werden können. Mir gefällt sehr gut, dass man sich hier nicht von Beginn an nur auf Klamotten, Schuhe und Kosmetik versteift hat. Dadurch hat die Verkaufsplattform wirklich großes Potential, auch in Zukunft noch ordentlich zu wachsen.

Wer kein Problem damit hat, mitten in die BETA-Phase eines Projekts mit derzeit noch (!) vergleichsweise wenigen Usern zu stolpern, für den könnte Miralia tatsächlich eine recht gute Anlaufstelle für die Dinge sein, von denen man sich trennen möchte :)





Kleiderkorb

Kleiderkorb existiert bereits mindestens seit 2012 (ein genaues Release-Datum konnte ich leider nirgends finden) und erlebte dann ab Oktober des letzten Jahres einen enormen Zulauf, als der große Konkurrent Kleiderkreisel sein neues Bezahlkonzept bekannt gab. Inzwischen hat die durchweg kostenlose Seite stolze 130.814 Mitglieder.
Ich habe den genauen Hintergrund damals leider nicht mitbekommen, aber anscheinend gab es wohl im Forum ein paar Aktionen, die nicht bei allen Usern auf Gegenliebe stießen. Immer wieder lese ich den Begriff ''dubios'' im Zusammenhang mit dieser Webseite, kann mir jedoch keinen Reim drauf machen -.-
Möglicherweise hängt dies ja auch mit einem anderen Gerücht zusammen, wonach der ehemalige Seitenbetreiber wohl auch im Rotlichtmilieu angesiedelt sein soll. Keine Ahnung, ob das stimmt, aber um ehrlich zu sein, ist es mir persönlich relativ egal ... solange ich dort keine Anfragen erhalte, ob ich nicht evtl. anderweitig ein bisschen Geld verdienen möchte xD

Im Übrigen hat das Verkaufsportal eine App, was vermutlich für den einen oder anderen entscheidungsrelevant sein dürfte.

Wer sehr viele Klamotten inserieren (10 Bilder pro Artikel sind hier kein Problem) und zugleich überhaupt nichts dafür bezahlen möchte, ist beim Kleiderkorb wahrscheinlich sehr gut aufgehoben. Ich kann mir allerdings unter rein ökonomischen Gesichtspunkten nicht wirklich vorstellen, dass die Seite für immer kostenlos bleiben wird (Vielleicht noch zwei bis höchstens drei Jahre?). Meiner Erfahrung nach streben fast alle Plattformen ab einer bestimmten Größe nach Gewinnmaximierung und geben sich dann nicht länger mit den Einnahmen aus geschalteten Werbebannern zufrieden. Kleiderkreisel hat schließlich auch jahrelang ''Never for money, always for love!'' gepredigt und handelt nun exakt gegensätzlich (also müsste das neue Motto konsequenterweise ''Never for love - always for money!'' lauten).





eBay Kleinanzeigen

Den großen Bruder eBay dürfte wohl jeder von euch kennen, aber seit die 10% Verkaufsprovision inzwischen auch auf die Versandkosten berechnet werden, ist die Seite für private Verkäufer mittlerweile fast überhaupt nicht mehr interessant. Die Kleinanzeigen fahren hierbei ein völlig anderes Konzept. Unter dem Motto ''Kostenlos. Einfach. Lokal.'' wirbt die Plattform um Inserate.
So ganz haut der Slogan jedoch nicht hin, denn auch diese Verkaufsseite bietet ein paar kostenpflichtige Features:

* Galerie (10 Tage auf der Startseite): 39,95 €
* Highlight (7 Tage): 3,95 €
* Top Anzeige: 17,95 €
* Hochschieben (1x): 2,95 €
=> eine Alternative zum letzten Punkt wäre, die Annonce einfach per copy & paste neu zu erstellen und die alte zu löschen ;)

Im Übrigen sind lediglich 50 neue Anzeigen innerhalb von 30 Tagen gratis (Ausnahme: Autos kosten bereits ab der dritten Anzeige 6,95 €). Ab der 51. Annonce während dieser Zeitspanne zahlt man schon 0,95 € pro Inserat, aber bereits seit Längerem gelistete Artikel werden hierbei nicht mit dazu gerechnet.

Was bei den eBay Kleinanzeigen derzeit auf jeden Fall noch fehlt ist ein ausgeklügeltes Bewertungssystem, um gegen unzuverlässige Leute vorgehen zu können. Es sind dort gefühlt nämlich schon recht viele Datensammler unterwegs, was mich persönlich auch stark über die vielen veröffentlichten privaten Telefonnummern in den Inseraten wundern lässt.

Ich finde die Plattform insgesamt durchaus äußerst praktisch für den Verkauf und die Suche von gebrauchten Möbeln jedweder Art und auch Kleidungsstücke finden teilweise recht schnell Abnehmer. Schwierig gestaltet sich hier wiederum der Verkauf von Schuhen, da die Seite offenbar ein Sammelbecken für Fetis ist xD






Welche Webseiten nutzt ihr eigentlich zum Verkaufen oder Tauschen und seid ihr damit zufrieden?
Hat jemand von euch vielleicht auch schon mal Erfahrungen mit Shpock gesammelt? 

Kommentare:

  1. Ich hab mal unsere Küche der vorherigen Wohnung und ein Kinderfahrrad verkauft. Beides bei eBay Kleinanzeigen. Das war´s aber auch schon.

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    1. Wenn ich überlege, wie alt Rosalie inzwischen ist, dann dürfte der Kinderfahrradverkauf bestimmt schon mindestens sechs Jahre zurückliegen, oder? ;)
      Viele Dinge sind halt leider noch viel zu schade für den Sperrmüll und dann macht man doch lieber einem/r armen Studenten/in oder Familie eine Freude für kleines Geld. Mein alter Toaster, der Mini-Wasserkocher, mein vorheriges Rührgerät und einige Dinge mehr sind dadurch in extrem dankbare Hände gewandert :)

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    2. Ja, das war ´ne Weile vor dem Umzug. Da musste man sich überlegen, wovon man sich endlich mal trennen will und wie. Aber bei Klamotten und solchen Dingen, die nur ein paar Euro einbringen, lohnt sich ja die Mühe nicht. Zumindest bin ich da zu bequem. Aber wenn man so in Übung ist...

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  2. Ich war bei Kleiderkreisel auch nur als Käufer aktiv, sofern man das bei zwei gekauften Teilen so sagen kann. :D Mit der Umstellung auf Gebühren hatte sich das dann für mich auch erledigt, ich werde wohl zum Kleiderkorb wechseln. Ein paar Teile hat man ja doch im Schrank, die man nicht trägt/noch nie getragen hat.

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    1. Ich habe bei Kleiderkreisel auch nicht viel ge- oder verkauft. Vieles ist halt doch in der Kleiderspende gelandet ;)

      Für mich persönlich hat Miralia übrigens wesentlich mehr Entwicklungspotential als der Korb (besitze bei beiden Seiten ein Profil). Wenn du allerdings mehr als 30 Artikel zeitgleich anbieten und zudem nichts bezahlen möchtest, fährst du womöglich doch besser mit deinem angekündigten Weg :)

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  3. Bei Kleiderkreisel war ich auch mal angemeldet - bin ich wohl auch immer noch. Ich weiß nur mein Passwort nicht mehr, und die Mailadresse ist auch veraltet ... Oo

    Angesichts meiner momentanen Anfälle bzgl. Ausmisten/Aufräumen hat sich einiges angesammelt, teilweise Klamotten, aber auch recht viele Bücher ... Wegschmeißen mag ich nicht. Vllt schaue ich mir mal Miralia an ...

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    1. Das mit der Problematik vergessener Passwörter für uralte Accouts kenne ich leider nur zu gut. Je älter man wird, desto mehr mutiert man zu einem Cheesy Brain xD

      Viel Erfolg bei der Weitergabe deiner nicht mehr benötigten Teile ... auf welche Plattform auch immer es dich hinverschlagen sollte :)

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  4. Mir fehlt irgendwie die Geduld, um Klamotten zu verkaufen. Bei mir landet alles im Altkleider-Sack. :-)

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  5. Mir persönlichen gefällt miralia.de Konzept besser ! Bin dort angemeldet und zufrieden . Jeder der mit kleiderkreisel unzufrieden ist kann gerne mal bei miralia reinschauen . Leider hat miralia noch keine App aber was noch kommen wird .

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    1. Das Konzept ist dort auf jeden Fall besser, aber mich stören trotzdem einige Dinge derzeit noch massiv:
      1) keine E-Mail-Benachrichtigungen (stehen schon seit August ganz weit oben auf der Agenda, aber passiert ist dahingehend bisher leider noch nichts)
      2) Stagnation der Userzahlen (seit über einem Monat verharrt die Mitgliederanzahl bei ca. 3.800)
      3) absolut keine Werbeoffensiven seitens der Betreiber (führt zu Punkt Nr. 2; lediglich ein paar der User sind dahingehend recht aktiv geworden)
      4) fehlerhafte Suche
      5) die tägliche Pushmöglichkeit für Premiummitglieder, sodass ständig die gleichen Klamotten auf der Startseite auftauchen (von denen man recht schnell genervt ist)

      Das mit der (noch) nicht vorhandenen App stört mich dabei ehrlich gesagt noch nicht einmal sonderlich ;)

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  6. Danke für die gute Zusammenfassung, ich selbst schaue mir gerade https://www.gebraucht.de/kleidung_schmuck/ an und denke da ist Potenzial, App gibt es auch.

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