Donnerstag, 19. November 2015

Filmkritik: Die Tribute von Panem - Mockingjay (Teil 2)

Irgendwann ist auch die längste Trilogie mal abgeschlossen.
Bei der packenden Geschichte rund um die junge rebellische Katniss im diktatorischen Zukunftsstaat Panem ist dies nun mit dem insgesamt vierten (!) Film geschehen. Wie der letzte Teil der Dystopie bei mir angekommen ist, erfahrt ihr in dieser subjektiven Rezension :)



 
HANDLUNG:

Das Ende des ersten Mockingjay-Films hatte den Zuschauer ja recht fassungslos mit ein paar offenen Fragen zurückgelassen. Warum wollte Peeta (Josh Hutcherson) seine große Liebe Katniss (Jennifer Lawrence) töten? Was haben die im Kapitol mit ihm angestellt? Wird er jemals wieder normal?

Nachdem sich Katniss von diesem Schock - zumindest körperlich - einigermaßen erholt hat, führt sie ihre Propagandatätigkeit als Spotttölpel weiter fort, um sämtliche Distrikte für den Widerstand gegen Präsident Snow (Donald Sutherland) zu vereinen. Dieses Unterfangen gestaltet sich schwieriger, als man zunächst meinen könnte, da gerade die Bewohner der beiden inneren Bezirke dem Kapitol gegenüber eher loyal eingestellt sind und entsprechend Widerstand leisten. Das bekommt die Protagonistin dann auch am eigenen Leib zu spüren.

Schon bald steht der Einmarsch der Rebellentruppen ins Kapitol bevor, wobei sich Katniss entgegen des ausdrücklichen Befehls von Alma Coin (Julianne Moore) ebenfalls an den Ort des Geschehens begibt, um Snow höchstpersönlich umzubringen. Ihre kleine Spezial-Einsatztruppe begleitet sie durch eine von den Spielmachern mit tödlichen Fallen zugepflasterte Stadt, um weitere Propagandaaufnahmen zu machen und so viel sei an dieser Stelle schon mal verraten: nicht alle dieser Begleiter werden das Filmende lebend erreichen. 

Direkt vorm Präsidentenpalast kommt es dann zu äußerst blutigen Gefechten, die in einer regelrechten Katastrophe mit unzähligen zivilen Opfern endet. Im Anschluss gibt es einen Showdown zwischen Katniss und Snow ... lasst euch dahingehend am besten einfach mal überraschen! ;)


Make Up, Pfeil und Bogen sitzen wie immer perfekt bei Katniss/ Jennifer Lawrence
=> dasselbe kann man von der auffälligen Perücke leider nicht unbedingt behaupten


Kapitol in Flammen


Tja ... wer soll denn nun dein Herzblatt sein, liebe Katniss?
Vielleicht ist es ja Kandidat A, der unberechenbare, weinerliche Attentäter mit ganz
persönl. Aversion gegen dich, der meist hilflos wirkt/ ist ... oder doch Kandidat B?
Der smarte, hübsche, bodenständige Typ, der dich aufrichtig liebt und deine kleine
Familie beschützt, versorgt & beim Bombenangriff direkt in Sicherheit gebracht hat.
Die Auflösung gibt's im Film :P


FAZIT:

Alles in allem ein wirklich würdiger Abschluss der Trilogie (naja, faktisch ist es eher eine Quadrologie) mit ein paar Schwächen.

Bei der Handlung versuchte man hier in erster Linie auf leicht uninspiriert wirkende Dialoge sowie natürlich auch auf Action zu setzen (die aber erst nach ca. einer Stunde richtig durchstartet), damit der Zuschauer während der äußerst gedehnt wirkenden Zwischenpassagen nicht einschläft. Das Dilemma war aber zu erwarten, wenn man aus einer Romanvorlage zwei Filme herauszupressen versucht, während die ersten beiden Bücher der Reihe jeweils lediglich in einem Film umgesetzt wurden. Schon bei Harry Potter, Der Hobbit und anderen Leinwandprojekten hat man diesen bösen Fehler begangen, aber lernen scheint offenbar niemand daraus.

Auf den Cast will ich gar nicht weiter eingehen, denn der war bereits in den vorherigen Teilen super (allen voran Jennifer Lawrence wieder einmal mit einer echt beeindruckenden Darbietung) und hat sich in den wichtigen Rollen auch nicht wirklich verändert. Es ist traurig, dass der begnadete Schauspieler Philip Seymour Hoffman während der Dreharbeiten verstorben ist. Seine Figur des Spielmachers Plutarch Heavensbee wurde dann teilweise digital eingefügt bzw. ließ man Haymitch (Woody Harrelson) clevererweise einen Brief von ihm an Katniss vorlesen.
Ein paar oberflächlich gezeichnete Nebencharaktere werden auch noch kurz vorgestellt, um sie im Anschluss relativ zeitnah auf der Leinwand effektvoll krepieren zu lassen. Deren Todesfälle haben mir ehrlich gesagt nicht sonderlich zugesetzt, da es für mich persönlich irgendwie fremde und damit verzichtbare Figuren waren. Die meisten von ihnen habe ich inzwischen auch bereits wieder vergessen. Möget ihr trotzdem in Frieden ruhen.

Zu dem nervigen Love Triangle zwischen Peeta, Katniss und Gale will ich eigentlich nicht wirklich viel schreiben, aber aufgeregt hat mich das Ganze schon relativ stark. Beim mega kitschigen Happy End fühlte ich mich dann auch ein wenig verschaukelt. Im Buch ist das nämlich nicht ganz so Friede-Freude-Eierkuchen, da sich die inneren Dämonen aus der Vergangenheit eben doch nicht komplett durch Liebe vertreiben lassen. Mensch, Hollywood! :(

Als meinen Lieblingsteil der Trilogie/ Quadrologie kann ich diesen letzten Film nicht unbedingt bezeichnen (das ist und bleibt der allererste), aber ich finde ihn trotzdem recht gut. Die ganze Erzählung bekommt mit ihm halt einen - mehr oder weniger ordentlichen - Abschluss, was das hochkarätige Gesamtprojekt letztlich zu einer runden Sache macht. Der Liebste meinte direkt nach der Kinovorstellung zu mir, dass das der schwächste Teil der Panem-Reihe war und irgendwie konnte wollte ich ihm dahingehend nicht wirklich widersprechen. Sicherlich wäre ein einziger Mockingjay-Teil deutlich besser aufgrund einer strafferen Handlung gewesen ... aber das Thema hatten wir hier ja bereits ;)

Ich gebe zu, dass mir als weiteres Filmprojekt zum Thema ein (Rück-)Blick auf die 50. Hungerspiele (= zweites Jubel-Jubiläum) gefallen würde, bei dem Haymitch damals als junger Sieger hervorging. Die Romanvorlage müsste eigentlich genügend Stoff dafür hergeben, um einen einzelnen Film zu drehen (den Rest könnte sich ein guter Drehbuchautor sicherlich auch einigermaßen glaubwürdig ausdenken). Das wäre allerdings dann schon ein wenig aus dem gesamten Umbruchs-/ Systemsturz-Zusammenhang gerissen ... oder wie steht ihr dazu?


Was gibt's denn da zu grinsen, Ex-Präsident?


das Kapitol wird zur Arena der 76. Hungerspiele


Philip, du wirst mir/ uns fehlen!


Ganz zum Schluss habe ich wie immer einen Trailer für euch: *klick*

Kommentare:

  1. Ich hab nur den ersten Teil gesehen. Den fand ich auch ganz gut. Aber nicht SOO gut, dass ich mir von weiteren Teilen viel versprochen hätte. Meistens werden weitere Teile nicht besser, sondern nur brutaler. Kann aber berichten, die große Tochter fand den neuen Film gut :-)

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    1. Ist auch wirklich ein guter Film, der aber im Vergleich zu seinen Vorgängern minimal schwächer erscheint ... zumindest aus meiner Perspektive. Geschmäcker sind ja bekanntermaßen oft unterschiedlich.

      K. borgt dir dann bestimmt mal die komplette DVD-Box aus, wenn die Reihe vollständig erschienen ist ;)

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  2. Tadaa, wir waren heute im Kino! Und du glaubst es kaum: in 2D!!! :D war mir auch lieber so, diese ekelhafte Kreaturen im Untergrund hätte ich in 3D nicht unbedingt haben müssen. Ich fand den Film auch eher schwach... Aber wie du schon schreibst: ein Problem, wenn man aus EINEM Buch 2 Filme dreht. Insgesamt wars aber okay, aber wirklich traurig, dass es jetzt rum ust, bin ich nicht ;-)

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    1. Sehr gut! Da freue ich mich direkt mit euch mit, dass es mit der 2D-Vorstellung doch noch geklappt hat :)

      Ist auch schön zu lesen, dass ich mit meinem Filmeindruck nicht völlig alleine dastehe *freu*

      Jetzt, wo alle Teile gelaufen sind, fiebere ich schon total dem DVD-Box-Release der kompletten Reihe in ca. 6 Monaten entgegen. Hatte mich all die Jahre über nämlich nur deswegen mit einem (Einzel-)Kauf zurückgehalten ;)

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