Mittwoch, 4. November 2015

Filmkritik: James Bond - Spectre

Vorpremieren sind schon was Feines. Die pure Ungeduld trieb uns bereits heute in das Agentenfilmhighlight des Jahres und zu meiner großen Überraschung war der Kinosaal 1 vom Regina Palast nur etwa halb voll, sodass der tMdW und ich richtig gute Plätze ergattern konnten.
Hier erwartet euch nun eine kleine - wie immer extrem subjektive - Rezension :)




HANDLUNG:

Nachdem Bond (Daniel Craig) während eines eigenmächtigen Außeneinsatzes in Mexiko für ordentlich Chaos und Zerstörung gesorgt hat, wird er von M (Ralph Fiennes) zwangsbeurlaubt. Dank Q (Ben Wishaw) gelingt es ihm, kurzzeitig unterzutauchen und seine Ermittlungen fortzusetzen, welche ihn (wie schon bei Skyfall) teilweise in seine Vergangenheit führen.

Zur von 007 aufgespürten, weltweit agierenden Geheimorganisation mit terroristischem Hintergrund gehört(e) u.a. auch Quantum. Somit führt Bonds Weg zu einem alten Bekannten, der ihm den entscheidenden Tipp gibt und den Agenten zugleich noch um einen Gefallen bittet.

Währenddessen wird das Doppelnull-Programm von Ms Vorgesetzten C (Andrew Scott) eingestellt, der mit seinem neuen, umfangreichen Ausspähprogramm offensichtlich ganz eigene Ziele verfolgt. Q und Moneypenny (Naomie Harris) helfen Bond und seiner neuen Gefährtin Dr. Madeleine Swann (Léa Seydoux) trotzdem.

Nach reichlich Action und einigen Fummeleien kommt es dann schließlich zum packenden Showdown, den der britische Agent mit der Lizenz zum Töten selbstverständlich für sich entscheidet. Unabhängig davon, ob Craig noch einen weiteren Teil drehen wird, darf 007 natürlich niemals sterben ;)


wieder in Höchstform: Daniel Craig als Geheimagent James Bond


Christoph Waltz als Bösewicht Franz Oberhauser (bzw. Franz Blofeld)


Léa Seydoux als Psychologin Dr. Madeleine Swann + Wrestler Dave Batista als Mr. Hinx


FAZIT:

Zunächst einmal möchte ich festhalten, dass der Film meiner Meinung nach recht gut ist. Viel mehr aber leider nicht.

Die Handlungsstränge fand ich zwar durchaus unterhaltsam und ich mochte es auch, dass alle bisherigen Daniel-Craig-Teile inhaltlich mit eingearbeitet wurden, aber mich stört irgendwie, dass man immer wieder versucht, noch einen oben drauf zu setzen. Quantum war ja bereits eine weltumspannende Organisation, stellt sich hier jedoch nur als kleiner Teil einer viel größeren terroristischen Gemeinschaft heraus. Was wird dann der nächste Bond-Film für uns bereithalten? Eine Verschwörung im Universum vielleicht?

Thematisch war die erschreckend umfangreiche Überwachungseinrichtung aber aufgrund der Aktualität wirklich gut gewählt und sie ist vor allem äußerst realistisch. Auch die verübten terroristischen Anschläge, um die jeweiligen Regierungen in einen entspechenden Handlungszwang zu versetzten, fand ich nicht nur schlüssig, sondern das konnte man in dieser Form auch schon oftmals in der Realität beobachten (z.B. beim Anschlag auf Charlie Hebdo).

Von den Darstellern überzeugten mich am meisten Ralph Fiennes und Christoph Waltz sowie natürlich erneut Daniel Craig, der für die Rolle des charmant-coolen Agenten meiner Meinung nach wie geschaffen ist.
Die weibliche Hauptdarstellerin fand ich hingegen etwas fehlbesetzt, aber das könnte in erster Linie auch an der quasi nicht vorhandenen Chemie zwischen ihr und Mr. Bond liegen. Bin mit ihrer Rolle leider überhaupt nicht warm geworden. Es ist allerdings auch wirklich ein schweres Erbe, das Eva Green ihren Nachfolgerinnen hinterlassen hat :)

Mein persönliches Ranking der bisherigen vier Bond-Teile mit Daniel Craig (ich weiß, dass ich damit wahrscheinlich relativ alleine dastehe, weil so viele Skyfall in den Himmel heben und Ein Quantum Trost meistens zerrissen wird):

1) Casino Royale
2) Ein Quantum Trost
3) Skyfall
4) Spectre

Immerhin meine ich, dass sie alle - abgesehen von CR an der Spitze - sehr nah beieinander liegen und wirklich gute Filme sind.

Den Titelsong von Spectre finde ich im Übrigen nicht so berauschend (bisschen zu viel Gejaule für meinen Geschmack), auch wenn schon weitaus schlechtere Lieder die Bondstreifen eröffneten und er zumindest sehr gefühlvoll ist: *klick*
Hoffentlich gibt's beim nächsten Teil wieder eine schnellere und v.a. rockigere Nummer :)

Zum Schluss beibt mir nur noch festzuhalten, dass dieser Bondfilm definitiv sehenswert ist, aber man keinesfalls mit zu hoch gesteckten Erwartungen an ihn herangehen sollte.


nachdem Bond die Terroristen-Witwe Lucia Sciarra (Monica Belluci) verführt hat ...


... setzt er seinen Charme auch bei Dr. Swann äußerst erfolgreich ein
Gibt's im Bond-Universum eigentlich auch Frauen, die bei ihm nicht schwach werden? -.-


für mich persönlich war die sexuelle Anziehungskraft zwischen Craig und Bellucci am
überzeugendsten; unabhängig davon hat die 51-Jährige deutlich mehr Ausstrahlung
als ihre jüngere Kollegin (hier kommt zur Untermauerung auch noch ein Beispielfoto
vom furchtbaren Lippenstift bei Seydoux, der sie extrem unattraktiv erscheinen lässt)


Das ist der dazugehörige Trailer: *klick*


Na, wer von euch erkennt ihn wieder? :)


Spielzeug für den großen Jungen: Aston Martin DB10


das Spectre-Zeichen (Steht das zufällig für Datenkrake?)

Kommentare:

  1. Ich lese deine Kritik am Samstag, denn wir gehen morgen rein und ich möchte mich nicht spoilern/beeinflussen lassen ;)

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    1. Kann ich total nachvollziehen, auch wenn ich mich meist darum bemühe, in meine Filmkritiken keine großartigen Spoiler einzubauen :)

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    2. Spectre und Blofeld tauchen in Bond-Filmen immer wieder auf, nun ist zumindest Blofeld raus. Mal gespannt ob irgendwer sein Erbe antritt. Ein Sohn, zB, der seinen Vater rächen will ;)

      Davon ab bin ich im Großen und Ganzen deiner Meinung.

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  2. Muss ich mir mal noch überlegen, ob ich den sehen will ... wir gehen am DI jetzt erst mal endlich in den "Marsianer". Solche Filme will ich dann doch gerne im Kino sehen. :-)

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    1. Der soll laut Rotten Tomatoes ja auch ganz gut sein. Ich ärgere mich noch immer, dass ich Interstellar nicht im Kino (am besten noch in 3D) gesehen habe und hoffe, dass sie den Film vielleicht irgendwann nochmal dort bingen in einer Sondervorstellung.
      Mein nächster Filmbesuch wird wahrscheinlich die Vorpremiere von 'Die Tribute von Panem - Mockingjay 2' sein. Als ich sah, dass es am gleichen Tag auch einen Marathon mit allen vier Teilen gibt, wollte ich das sofort machen, aber der Liebste schaute in Anbetracht von mindestens 8 Stunden Filmfolter wenig begeistert drein. Er findet die Reihe auch gar nicht so super wie ich ;)

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  3. Ich schau ihn mir trotzdem im Kino an. Also, falls ich jemanden finde, der mit will. :D

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    1. Ich drücke dir die Daumen, dass sich noch eine Kinobegleitung für dich findet. Der Film ist ja auch wirklich gut und wenn du Skyfall mochtest, wird er dir mit Sicherheit auch gefallen :)

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    2. Oder ich probier mal was ganz verrücktes aus - und geh allein. :D
      Und ja, ich mochte Skyfall tatsächlich sehr. Ich guck ihn mir auf jeden Fall an. :)

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    3. Also dafür würde ich dich definitiv feiern! :)
      Musst mir dann unbedingt erzählen, wie das so für dich gewesen ist, da ich aktuell ernsthaft überlege, in den 4-teiligen Filmmarathon am 18.11. von 'Die Tribute von Panem' alleine zu gehen. Der Liebste würde dann erst zum letzten Teil dazu stoßen.

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  4. Christoph Waltz ist für mich ein Zeichen für Qualität. Aber leider sind mir die Bond-Filme immer zu laut. Irgendwann werde ich ihn sicher auch sehen, aber ich muss nicht gleich ins Kino deshalb. Die letzten beiden Filme, die ich im Kino gesehen habe, waren "Die Frau in Gold" und gerade erst "Er ist wieder da".

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    1. Das stimmt ... ziemlich laut sind die Bondstreifen irgendwie immer. Nichts für empfindliche Lauscher ;)
      Wie fandest du eigentlich 'Er ist wieder da?'

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    2. Der Film ist schon gut. Kommt aber drauf an, was man erwartet. Ich habe beim Buch herzhaft gelacht und auf einen unterhaltsamen, lustigen Abend gehofft. Der Film ist aber eher schockierend als lustig. Weil unbegreiflicherweise die Menschen fast ausnahmslos positiv auf den zurückgekehrten "ER" reagieren.

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  5. Also höre gerade den Bond-Song - ich mag Sam Smith, aber dat is doch nüscht! -.-

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    1. Zum Intro passt er aber zugegebenermaßen relativ gut. Im Radio schalte ich das Gejaule jedoch direkt weg und Mr. Smith soll in irgendeinem Interview erzählt haben, dass er lediglich 20 Minuten an dem Lied geschrieben habe. Jo, das hört man. Fünf Minuten mehr und es wäre vielleicht was Gutes bei rausgekommen xD

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