Sonntag, 15. Mai 2016

Geschmäcker sind durchaus verschieden

Das hat der diesjährige ESC eindrucksvoll bewiesen :)




Dieses Fazit kann man sowohl auf die überwiegend wirklich gewöhnungsbedürftigen - teils sogar karnevalsverdächtigen - Outfitkompositionen (viele der männlichen Acts entschieden sich jedoch für die einigermaßen akzeptable Kombi aus enger schwarzer Hose und gleichfarbiger Lederjacke ... was jedoch durch die Häufigkeit gewissermassen auch schon wieder recht unterhaltsam war *g*) als auch auf die Abstimmungsergebnisse beziehen.

Während Polen im Jury-Voting noch den vorletzten Platz belegte, sprang das Land nach der Bekanntgabe der Zuschauer-Abstimmung (wurde beides dieses Jahr zum ersten Mal getrennt voneinander gewertet) überraschenderweise noch auf den achten Rang. Was für eine enorme Diskrepanz zwischen Fachjury und Publikum! :O
Bei diesem speziellen musikalischen Beitrag war ich übrigens vollkommen bei den Fachjurys. Der ging meiner Meinung nach echt gar nicht ... also der schwulstige Song und das knallrote Zirkus-Frack-Outfit (Bart- und Haarstyling vom Interpreten fand ich - vorsichtig formuliert - auch nur semioptimal) xD

Das Siegerlied aus der Ukraine empfand ich nicht nur als völlig unzulässigen Beitrag (weil eindeutig politisch motiviert), sondern es war für mich persönlich auch als Musikstück absolut uninteressant. Was für ein Gejaule! -.-

Durchaus überrascht war ich davon, dass der einzige vollständig französische Song aus Österreich kam. Wäre doch auch mal eine lustige Jubiläums-Idee, die Teilnehmerländer alle in einer anderen Sprache antreten zu lassen. Am geilsten wäre es per Losverfahren! ;)

Meine ganz persönliche Punktevergabe hätte übrigens so ausgeschaut (ja ich weiß natürlich, dass man nicht fürs eigene Land voten darf, aber es war dieses Jahr für mich echt schwer, überhaupt zehn einigermaßen gute Beiträge zwischen all dem Schund herauszufiltern):

1 Punkt: 
Niederlande
=> der Gute-Laune-Country-Song hat es gerade so in meine Top 10 geschafft

2 Punkte:
Frankreich
=> Ohrwurm in den Sprachen Französisch UND Englisch (= Novum für Frankreich!)

3 Punkte:
Bulgarien
=> ziemlich platter Songtext, aber tolle Melodie und mitreißender Refrain

4 Punkte:
Deutschland
=> mal was anderes und eben nicht der übliche ESC-08/15-Popmist

5 Punkte:
Australien
=> einprägsam-kraftvolle Hymmne aus dem südosteuropäischsten Teilnehmerland ;)

6 Punkte:
Georgien
=> toller Song einer Alternative-Rockband, der von Mal zu Mal besser klingt

7 Punkte:
Italien
=> italienisch klingt einfach super - sie könnte hier auch über Klopapier singen und ich fänd's toll xD

8 Punkte:
Großbritannien
=> typischer Britpop, aber mit absoluter Ohrwurmgefahr ... extremely underrated! :O

10 Punkte:
Spanien
=> temporeicher, einprägsamer Dance-Song ... hätte auch deutlich weiter vorne landen müssen!

12 Punkte:
Schweden
Frans - If I Were Sorry
(lustige Review zum Lied: *klick*)
=> der gerade mal 17-jährige Sänger ist nicht nur süß, sondern trat auch mit einem tollen Song an
(der gemäß einiger Leute wohl ein bisschen zu stark an Matt Simons - Catch And Release erinnert)


Über den abgeschlagen letzten Platz von Jaimie-Lee ärgere ich mich. Nicht nur in diesem Fall spielte Politik offenbar eine größere Rolle als der Auftritt der einzelnen Acts. Hätte ich z.B. politisch motiviert bewertet, wäre Russland in meinem Ranking ganz weit vorne gelandet. Das Lied war aber nicht so pralle (die Bühnenshow hingegen umso mehr), sodass es konsequenterweise nicht mit bei mir in der Top 10 auftaucht. Ich wünschte, das würden andere genauso handhaben, jedoch erscheint mir das recht utopisch. Oder aber wir wären hier halt doch schon wieder beim leidvollen Geschmacksthema und Ghost kam außerhalb von Deutschland einfach wirklich nirgendwo gut an. Man weiß es nicht...

Wen habt ihr eigentlich ganz weit vorne gesehen?

Kommentare:

  1. Ich guck ESC nur, wenn mir der Beitrag von D zusagt - und das war schon eine Weile nicht mehr der Fall.
    Dass wir den letzten Platz verteidigt haben, habe ich dementsprechend erst heute früh durch die Presse erfahren ... nun ja, muss man auch erst mal schaffen. -.- Wobei mir echt das Mädel (und das vom letzten Jahr) leid tut, die können wahrscheinlich am wenigsten dafür. Spielt ja auch immer ein bissel "Politik" mit rein.
    Hoffen wir mal, dass wir nächstes Jahr einen besseren Platz belegen ... und wenn nicht, auch Wurschd! :-)

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    1. Ich persönlich hoffe ja, dass wir nächstes Jahr einfach mal aussetzen ... auch finanziell ;)

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  2. Wir haben ja gestern schon kurz getalkt und auch nach dem Ende bin ich meinungstechnisch überwiegend bei dir. Das war die schlechteste Gesamtshow seit Jahren (also von en Acts her) und die Punktevergabe hat für mich die Spannung eher rausgenommen, fand ich blöd.

    Der Siegersong ist für mich mit der schlechteste Beitrag gewesen. Zum einen eben nicht unpolitisch - obwohl er dahingehend ja extra noch geprüft wurde - zum anderen auch keine mitreißende Melodie... schlimm.

    Meine Favoriten sind Georgien (hat sich bisschen abgehoben), Schweden (ging gut ins Ohr), Österreich (trotz der seltsamen Anwandlung auf Französisch zu singen) und Deutschland (gesanglich die absolute beste Leistung in meinen Augen). Obwohl ich mich jetzt noch mal durch alle Beiträge geklickt habe, habe ich nicht mal eine Top5 gefunden... nun, das spart mir zumindest Geld, denn in den letzten Jahren habe ich mir immer vier bis sechs Songs runtergeladen, die dann eine Weile rumdudeln durften. Das ist dieses Jahr nicht der Fall. Schwedens Song kaufe ich vielleicht, sonst nix.

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    1. Mir war der österreichische Beitrag ehrlich gesagt etwas zu lieblich und langweilig, aber ich bin halt auch generell kein allzu großer Chanson-Fan :)

      Ich fand den ESC 2010 damals übrigens ziemlich stark. Da gefielen mir wirklich viele Lieder sehr gut und daher war ich auch umso überraschter, als Lena mit deutlichem Vorsprung gewann. Hatte ich echt nicht erwartet :)

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  3. Ich ärgere mich jedes Jahr wieder, dass ich den Mist überhaupt gucke. Die Musik ist kaum zu ertragen (diese ganzen kreischenden Weiber - wer singt am höchsten und hält am längsten den Ton) ... und mit der Bewertung ist es immer dasselbe. Ich fand eigentlich auch nur den Schweden gut. Sehr angenehme Musik, keine von diesen dramatischen Hymnen. Unsere Jamie-Lee fand ich auf jeden Fall besser als das meiste andere, letzter Platz ist absolut unberechtigt.

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    1. Ab und an gibt's halt schon was Nettes im musikalischen Bereich und diesen Acts drückt man dann im Anschluss kräftig die Daumen ... meist vergebens.
      Die Veranstaltung an sich finde ich eigentlich echt cool, aber über ein paar mehr von qualitativ höherwertigen Beiträgen würde ich auch nicht meckern xD

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